Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die elektromotorische Kraft der Nerven und Muskeln (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1867, S. 417)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29153/54/
§. IX. Ströme durch äussere chem. Ungleichartigkeiten am Muskel. 285 
■ Versuche blieben zunächst auf Muskeln beschränkt) wurde zuerst mit 
und Querschnitt auf die gewöhnlichen Thonschilder gelegt, sein 
(die 
Strom compensirt und die Stellung des Läufers abgelesen; dann wurde 
jn möglichst gleicher Art über die Hülfsbäusche gebrückt, und sein 
Strom abermals compensirt, wobei sich zeigen sollte, ob die Natur der 
Flüssigkeit von Einfluss auf die Kraft sei. Aus leicht ersichtüchen 
Gründen konnte der Versuch an jedem Muskel füglich nur zweimal an- 
gtellt werden; nämlich das zweite Mal nach erneuertem Querschnitt, 
indem der Muskel mit einer anderen Stelle seines Umfanges aufgelegt 
wurde. Die angewendeten Muskeln waren der Sartorius, Gracilis und 
Semimembranosus. 
Wie zu erwarten war, stellten sich bei diesen Versuchen bedeutende 
Störungen dadurch ein, dass die Flüssigkeiten den Muskel anätzten. Nicht 
selten entstand Tetanus, da denn der Versuch verloren war; aber aüch 
sonst sank die Kraft oft so schnell, dass von deren Vergleichung mit der 
bei Ableitung durch Thon gefundenen nicht wohl die Kede sein konnte. 
Dies trat z. B. ein bei Ableitung des Stromes mit verdünnter Schwe¬ 
felsäure (: HO : : 1:3 und : : 1:9) und mit Kalihydratlösung ( : HO : : 1:4, 
Dichte 1-074 bei 23-5° C.); die Kraft wurde in diesen drei Fällen nur 
= etwa0-03 gefunden, während sie mit dem Thon etwa 0-05 betrug. 
Allein sobald abgelesen werden konnte, wurde sie auch schon rasch sin¬ 
kend angetroffeü, so dass sie im Augenblicke des Auflegens eben so 
gross oder grösser gewesen sein mochte, als mit dem Thon. Ebenso, 
nur minder ausgesprochen, war der Erfolg mit Salpeterlösung. Mit Sal- 
miaklösung dagegen fiel die Wirkung mehrmals stärker aus, als mit dem 
Thon, doch gelangte ich, heftiger Störungen wegen, zu keiner Sicherheit. 
Endlich mit schwefelsaurer Zinkoxydlösung war gar kein Unterschied 
vom Thon zu bemerken; im Mittel aus 6 Versuchen wurde jederseits die 
Kraft = 0-056 gefunden. 
Soweit scheinen diese Versuche den gewünschten Aufschluss zu ver¬ 
sagen. Dagegen mit gesättigter Chlornatriumlösung erscheint regelmässig 
Kraft etwas grösser als mit dem Thon. [483] Im Mittel aus 
IT ^ersuchen war sie mit der Lösung 0.060, mit dem Thon wieder nur 
'056. Umgekehrt habe ich im destillirten Wasser eine Flüssigkeit ge- 
“den, womit die Kraft, ohne irgend rascher als sonst zu sinken, erheb- 
lc kleiner ausfällt, als mit dem Thon. Im Mittel aus 16 Versuchen, 
‘u deren jedem dies zutraf, war sie mit dem Wasser 0-039, mit dem 
011 abermals 0 • 056. Die dreimalige Wiederkehr des letzteren Mittel- 
^erthes für die j£rafk Gei der Ableitung durch Thon beweist beiläufig 
e uverlässigkeit der Versuchsweise. 
Hatte ich den Muskel mehreremal an derselben Stelle der Hülfs-
        

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