Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die elektromotorische Kraft der Nerven und Muskeln (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1867, S. 417)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29153/36/
§. VII. Von der Grösse der elektromotor. Kraft einiger Flüssigkeitsketten. 267 
(4) NaCl | CuSO, + CuS04 | KS6 + KS- | NaCl1 und 
(5) NH4C1 I Cu SO, + Cu SO, | KS6 + KS5 | NH, CI.2 
[4G0] Es zeigte sich wirklich, dass diese Ketten von sehr bedeutender 
Kraft sind. Leider ist diese zugleich so unbeständig, dass sie sich kaum 
messen lässt. Das Bild der Scale flattert hin und' her, wobei jedoch im 
Allgemeinen die Kraft sinkt; eine geringe Bewegung im Schwefelleber- 
fjefäss nahe der Mündung des mit Kupferlösung gefüllten Heberrohres, 
l-o sich ein Niederschlag bildet, zieht die heftigsten Schwankungen, bald 
im einen, bald im anderen Sinne, nach sich. So viel ich sehen konnte, 
wogte die Kraft der ersten Kette auf und ab zwischen 0-290 und 0-372, 
die der zweiten zwischen 0-297 und 0-349. Diese Werthe fallen, wie 
sich zeigen wird, im Vergleich zu denen, welche die meisten ähnlichen 
Flüssigkeitsketten liefern, so aus der Ordnung, dass ich vermuthe, es 
handle sich dabei um eine Wirkung anderer Art. Bei der Wechselwir¬ 
kung des Kupfervitriols und der Schwefelleber entstehen Schwefel, Schwe¬ 
felkupfer und schwefelsaures Kali: 
KS5 + CuS04 = S4 + CuS + KS04. 
Es hegt nahe sich zu denken, dass die metallisch leitenden Schwefel- 
kupfertheilchen bei ihrer Entstehung auf Seiten der Kupferlösung und 
der Schwefelleber mit verschiedenen Flüssigkeiten in Berührung sind. 
Sie würden dann elektromotorisch wirken, wie eine auf der einen Seite 
mit Säure, auf der anderen mit Alkali benetzte metallische Zwischen¬ 
platte; und dass so im Allgemeinen eine grössere elektromotorische Kraft 
entstehe, als durch Flüssigkeiten allein, ist bekannt.3 Mit dieser Erklä- 
rang stimmt die auffallend heftige Wirkung, die eine Erschütterung des 
Niederschlages auf die Kraft übt. Durch Störung der Orientirung der 
^«ischenplättchen könnte die Erschütterung negativ, positiv dadurch 
wirken, dass Zwischenplättchen, welche, von gleichartiger Flüssigkeit be- 
sPült, nicht mehr primär elektromotorisch thätig, aber durch den schlecht 
mmpensirten Strom polarisirt sind, aus ihrer Lage gebracht würden. 
^ie dem auch sei, sehr unerwartet wird gewiss Vielen wie mir die 
\lk r™1 ^0^en<^en si°h ergehende Schwäche der aus concentrirten Säuren, 
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