Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Erscheinungsweise des Muskel- und Nervenstromes bei Anwendung der neuen Methoden zu deren Ableitung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1867, S. 257)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29152/42/
§. X. Zeitlicher \ erlauf des Muskel- und Nervenstromes. 
229 
auch wenn man diese von den Zinkbäuschen der unpolarisirbaren Zulei- 
tungsgeiasse durch Kochsalz - Hülfsbäusche trennt; zum Beweise, dass 
meine früheren Erfolge nicht davon abhingen, dass ich mich anderer 
Stoffe zur Ableitung bediente, als jetzt, sondern von der Polarisirbarkeit 
4er Vorrichtung. 
Dies Ergebniss ist von Wichtigkeit, indem es die Dinge an dieser 
Stelle vereinfacht. Dm die Hebung des Stromes durch das Anfrischen 
des Querschnittes zu erklären, habe ich voraussetzen müssen, dass eine 
am Querschnitt absterbende Schicht ihre Kräfte zum Theil umkehre, so 
dass sich gleichsam eine künstliche parelektronomische Schicht bilde.1 
Später habe ich dazu an das Wegfallen eines secundären Widerstandes 
in der entfernten Muskelquerschoibe gedacht; und jetzt würde man sich 
auch noch darauf berufen können, dass diese Scheibe innerlich polarisirt 
sein müsse, wenn nicht glücklicherweise alle diese Annahmen sich als 
unnöthig erwiesen. Zur Erklärung des kleinen positiven Ausschlages, 
den man manchmal beim Anätzen und Brennen des künstlichen Quer¬ 
schnittes eines mit asymmetrischen Längssöhnittspunkten auf- [308] lie¬ 
genden Muskels erhält, muss man aber jetzt zur Vorstellung zurück¬ 
kehren, dass er von einer Annäherung des Querschnittes an den nächsten 
aufliegenden Punkt herrührt.2 
Auch bei den Nerven findet keine Hebung der gesunkenen Strom¬ 
kraft durch Anfrischen des Querschnittes statt. 
Peber die im weiteren Verlauf eintretende Abnahme der elektromo¬ 
torischen Kraft ausgeschnittener und auf die Multiplicatorenden gebrachter 
Muskeln hat schon vor Jahren Hr. Jules Kegnauld Messungen mitge- 
(j011- bestimmte die Zeiten, welche verflossen, während die Kraft 
hälftmit KniestumPf ,und Querschnitt aufgelegten unteren Oberschenkel- 
, 6 J0“ Frosch (Élément Matteucci) um eine seiner thermoëlektri- 
«‘ Einheiten (Wismuth und Kupfer bei 0° und 100°) sank, und sah 
73 jr e Wn 9—10 Einheiten binnen 31 Minuten auf 4—3, binnen 
Earunt 611 ^ Ganzen) uuf 3~2’ biimen 193 Minuten auf 1 Einheit und 
K‘ne äh r Uen; ZU6rSt alS° scblieller’ dann immer langsamer abnehmen. 
b0l (iie ?|fhe ßeihe wurde init dem Söleus des Kaninchens angestellt, wo- 
daran f ,rt der Ableitung sich nicht angegeben findet. Das Sinken geschah 
1 Ks I U !eren. Erfabrui'8'en gemäss, noch schneller als am Froschpräparat.3 
^J^t^meine Absicht nicht, hier auf eine erneute, gründliche Unter- 
2 Fj^ersuchungen u. s. w. Bd. H. Abth. IL S. 113 ff. 
3 "bendas. S. 77 ff. 
rendus etc- 15 Mai 1854. t. XXXVin. p. 890; - Archives des 
l'oywques et naturelles etc. T. XXVII. p. 47.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.