Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Gesetz des Muskelstromes, mit besonderer Berücksichtigung des M. gastroknemius vom Frosch (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1863, S. 521)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29150/95/
I XL Das Gesetz des Muskelstromes an regelmässig gefaserten Muskeln. 157 
gehrte Richtung hat, in unserem Beispiel also bei Ableitung vom 
unteren Querschnitt, wo er aufsteigt, stärker als bei Ableitung vom 
oberen, wo er absteigt. In allen diesen Fällen muss die Kraft des Eigen- 
stromes um so grösser sein, je grösser der Abstand der Ableitungspunkte. 
Dies ist die Reihe von Versuchen, die Hr. Büdge zum Erweise 
seiner Lehre an regelmässig gefaserten Muskeln hätte durchmachen 
müssen. Statt dessen hat er, wie wir sahen, nur die unter 6. erwähnte 
Prüfung, und zwar ohne Berücksichtigung der Spannweite angestellt, 
und sonst nur obenhin erwähnt, dass die Muskeln mit symmetrischen 
Längs- [674] schnittspunkten im Sinne des Unterschiedes zwischen oberem 
und unterem Strome gewirkt hätten. 
Wir wollen jetzt etwas gründlicher verfahren. Die Ergebnisse meiner 
Versuche an regelmässig gefaserten Muskeln sind am Schluss in den 
Tab. IV.—X. enthalten. Jede dieser Tabellen, bis auf die achte, stellt 
eine Versuchsreihe an den Recti intemi, Sartorii, Adductores magni und 
Semimembranosi von fünf Fröschen vor. In Tab. X., welche zum Theil 
schon besprochen wurde, erstrecken sich die Messungen auch noch über 
den Triceps und den Gastroknemius derselben Thiere. So ist jede Will¬ 
kür in der Auswahl der Fälle ausgeschlossen. Nur wo dem Semimem¬ 
branosus das obere sehnige Ende erhalten bleiben musste, ist der Ver¬ 
such zuweilen nur am Muskel der einen Seite angestellt, oder es ist ein 
Muskel von einem anderen Frosch zu Hülfe genommen, weil es nicht 
immer gelingt, die Semimembranosi desselben Frosches so von einander 
zu trennen, dass beide unversehrt sind. 
Die Vorzeichen in den Tabellen und die Zahlen in Tab. X. haben 
die frühere Bedeutung. In den anderen Tabellen sind die Zahlen den 
Stromstärken proportionale Ablenkungen in Scalentheilen, abgelesen an 
der WiEBEMAKN’schen Bussole mit 12000 Windungen, bei Omm Abstand 
der Rollen und 2300mm Abstand der Scale vom Spiegel, aber ohne 
HAuv’sche Compensation. 
Jede Zahl ist das Ergebniss einer einzigen Ablesung, welche vorge- 
ommen wurde, nachdem die Bedingungen des Versuches möglichst rein 
ergesteHt waren (s. oben S. 83). Verfährt man so mehrmals nach 
emander am nämlichen Muskel, so erhält man gleichwohl, namentlich 
*° der künstliche Querschnitt in’s Spiel kommt, nicht zweimal dieselbe 
kein' SOn<^eni ansehnlich verschiedene Werthe; wo nach dem Gesetz 
Wirkung stattfinden sollte, auch wohl von verschiedenem Zeichen.1 
musste also eigentlich aus einer hinreichenden Anzahl solcher Be- 
mungen das Mittel ziehen. Dies hätte zuviel Zeit gekostet in Ver- 
[Ueber die Gründe dieser Schwankungen vergl. unten Abh. XX. §. IV.]
        

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