Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Gesetz des Muskelstromes, mit besonderer Berücksichtigung des M. gastroknemius vom Frosch (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1863, S. 521)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29150/114/
176 XVIII. Ueber das Gesetz des Mnskelstromes u. s. w. 
Kraft herrsche (vergl. oben S. 164). Wer da weiss, dass man nicht zwei 
aus demselben Stück geschnittene, sorgfältig gereinigte Platinbleche als 
Multiphcatorenden in destilhrtes Wasser tauchen kann, ohne bei hinläng, 
licher Empfindlichkeit einen Ausschlag zu erhalten, wird es unbillig (m. 
den, wenn an zwei Querschnitte eines Muskels das Verlangen unbedingter 
Gleichartigkeit gestellt wird, und, weil diese fehlt, so wenig das Gesetz 
des Muskelstromes bezweifeln, als den elektromotorischen Unterschied von 
Platin und Zink aus dem Grunde, dass das Verhalten jedes Metalles 
innerhalb gewisser Grenzen schwankt. 
Eine vollendete Theorie müsste hier allerdings noch von folgenden 
Umständen Rechenschaft geben. In Tab. IV. und IX. hat an dem durch 
zwei künstliche Querschnitte begrenzten Muskel der Strom zwischen sym¬ 
metrischen Längsschnittspunkten öfter die umgekehrte Richtung von der, 
welche der Unterschied des oberen und des unteren künstlichen Stromes 
zeigt. Auf 'SO Mal trifft dies am Semimembranosus zwar nur 8, auf 
19 Mal am Rectus internus nur 10, auf 18 Mal aber am Sartorius 13, und 
auf 19 Mal am Adductor magnus 15 Mal zu. Dagegen hat jener Strom, 
wie man sich erinnert (s. oben S. 171. 172), öfter gleichen Sinn mit 
dem Unterschied des oberen und unteren künstlichen Längsschnittsstromes, 
wie wir die in der 7. Spalte der vierten Tabelle verzeichneten Ströme 
nennen wollen, welche man zwischen dem Aequator und einem Längs¬ 
schnittspunkt beziehlich dem oberen und dem unteren künstlichen Quer¬ 
schnitt nahe erhält. Demgemäss ist in Tab. IV. öfter der obere Strom 
vom Längs- zum Querschnitt der stärkere, wo der obere Längsschnitts¬ 
strom der schwächere ist, und umgekehrt. Auf 10 Mal trifft dies am 
Semimembranosus zwar nur 3, auf 9 Mal am Rectus internus nur 4, 
auf 9 Mal aber am Sartorius 6, am Adductor 7 Mal zu. Dass der Strom 
zwischen symmetrischen Längsschnittspunbten und der Unterschied des 
oberen und unteren Längsschnittsstromes zugleich die umgekehrte Rich¬ 
tung vom Unterschiede des oberen und unteren Stromes vom Längs- 
zum Querschnitt haben, kommt auf 10 Mal am Semi- [699] membra- 
nosus freilich nur 2, auf 9 Mal am Rectus internus nur 3, am Sartorius 
aber 6, am Adductor 5 Mal vor, und an den beiden letzten Muskeln 
zeigt sich dies auch im Mittel der 10 Versuche. Macht man, wie vir 
vorschlugen, die grössere Negativität des einen Querschnittes davon ab¬ 
hängig, dass die unwirksame Schicht sich nach ihm hin verjüngt, so muss 
der Strom zwischen symmetrischen Längsschnittspunkten in der beobach¬ 
teten Richtung kreisen (s. oben S. 164). Weiter lässt sich vor der Han 
nicht sicher schliessen, und es lässt sich noch nicht bestimmt sage11» 
weshalb an dem mehr kegelförmigen Semimembranosus und Rectus 
internus die geschilderten Beziehungen sich anders gestalten, als an (^10
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.