Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Gesetz des Muskelstromes, mit besonderer Berücksichtigung des M. gastroknemius vom Frosch (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1863, S. 521)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29150/101/
§. XI. Das Gesetz des Muskelstromes an regelmässig gefaserten Muskeln. 163 
Muskels mit Kochsalzlösung benetzt, oder ob man so verfährt, wie es 
hier geboten war. Dort kann sich, bei richtiger Leitung des "Versuches, 
die vorübergehende Stromverstärkung der Beobachtung kaum entziehen, 
gier dagegen war das Maximum der Stromstärke schon vorüber, ehe der 
guskel zur Prüfung gelangte, und bei geringerer Parelektronomie des 
betreffenden Muskelendes wurde die Stromstärke um so leichter bereits 
unter ihrem ursprünglichen Werth angetroffen, als die von der Lösung 
durchdrungene Schicht am Längsschnitt eine schwächende Nebenschlies¬ 
sung bildet. Zu dieser Zeit aber kann der Strom eines ursprünglich 
stark parelektronomischen Muskelendes noch bedeutend .verstärkt sein. 
Diese Erklärung setzt, wie man sieht, voraus, dass Schwächung durch 
das Kochsalzbad ausschliesslich oder vorzugsweise am ursprünglich nega¬ 
tiveren Ende vorkomme; und wirklich trifft dies unter jenen 12 Malen 
9 Mal zu. Die Fälle dieser Art bestätigen also vielmehr schon unsere 
Vorhersage, insofern als die Abnahme des Stromes durch das Bad einer 
geringeren Zunahme gleichzusetzen ist. 
Danach zeigt sich auf 10 Mal am ßectus internus 8, am Sartorius 
10, am Adductor magnus 8 Mal, auf 30 Mal also im Ganzen 26 Mal 
das erwartete Verhalten, eine Regelmässigkeit, wie sie gewiss nicht grösser 
zu verlangen ist, [682] wo zarte Muskeln einem so heftigen Eingriff 
preisgegeben werden. 
Es beruht daher wohl auf besonderen Umständen, dass am Semi¬ 
membranosus nur 4 Mal auf 10 unsere Regel sich bewährt. Hier ist 
auf 20 Mal der untere natürliche Strom 16 Mal der schwächere. Zum 
Theil rührt dies vom grösseren Widerstande des unteren Endes her. Da 
aber der oben S. 161. 162 gegebenen Regel gemäss der Muskel zwischen 
sehnigen Enden fast stets absteigend wirkt, so ist das untere Ende wirk¬ 
lich meist das positivere, und bleibt es auch nach dem entwickelnden 
Bade. Dies hat seinen Grund unstreitig in dem oben S. 161 besprochenen 
au des unteren Endes, der entfernt an den des oberen Endes am 
astroknemius erinnert. Entweder ist am Semimembranosus das untere 
nde bei gleicher Parelektronomie wegen seines verschiedenen Baues 
^der negativ als das obere; oder es ist für gewöhnlich parelektrono- 
^sc^ler, uüd der Entwickelung weniger zugänglich: wie es denn sinnlos 
e! zu erwarten, dass ein Kochsalzbad das obere Ende des Gastrokne- 
^us negativer mache. 
von Unsere Auffassung die richtige, so muss man nach dem Bade 
erh if60 ^en Beiden sehnigen Enden aufgelegten Muskeln Wirkungen 
he ) . n’ die sich ebenso aus der veränderten Negativität jener Enden 
lieh 6\ ^assen’ die Wirkungen vor dem Bade aus der ursprüng- 
hj . Negativität der Enden. Das Ergebniss dieser Versuche findet sich 
er 7. Spalte der Tabelle. Es fällt auf 10 Mal am Rectus internus 
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