Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber aperiodische Bewegung gedämpfter Magnete. Erste Abhandlung (Monatsberichte der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1869, S.807)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29144/25/
308 XII. Ueber aperiodische Bewegung gedämpfter Magnete. — Abh. I. — 
ferneres Annähem des Stabes, leicht dahin, dass auch der von 90° 
fallende Spiegel sich schwingungslos auf den Nullpunkt einstellt. Jenes 
Ueberschreiten erklärt sich vermuthlich so, dass bei .weit über die Scale 
hinausgehenden Ablenkungen zwar die Richtkraft langsamer wächst als 
die Bögen, noch schneller aber die Dämpfung durch die cylindrische 
Kupferhülse abnimmt, daher der Magnet bei dem |, wo unsere Gesetze 
merklich zu gelten anfangen, mit einer Geschwindigkeit anlangt, die ihn 
befähigt, den Nullpunkt zu überschreiten, so lange nicht r einen gewissen 
Werth übertrifft (vergl. oben §. VI). Bei einer sphärischen Hülse würde 
aller Wahrscheinlichkeit nach kein solches Ueberschreiten stattfinden. 
Nähert man den Stab dem Magnet immer mehr, so schlägt der 
Magnet um. Vorher kommt natürlich der Punkt, wo er völlig astatisch, 
n = 0 und r — s ist, wo er also durch den oben S. 290 theoretisch 
abgeleiteten Zustand hindurchgeht, in welchem er sich gleich einem 
Körper bewegt, dem das umgebende Mittel einen seiner Geschwindigkeit 
proportionalen Widerstand entgegensetzt. Aus Gründen, die keiner Aus¬ 
führung bedürfen, vermag die Beobachtung diesen Zustand nicht zu 
erfassen. Darüber hinaus gehorcht die Bewegung wieder dem durch 
Gleichung (VII) ausgesprochenen Gesetze, um schliesslich durch den 
Grenzfall (XIV) hindurch von Neuem periodisch zu werden. 
Wir werden im Folgenden den Begriff der Beruhigungszeit des 
Magnetes brauchen. Es ist die Zeit, welche verfliesst vom Augenblicke, 
wo der abgelenkte Magnet fallen gelassen wird, bis zu dem, wo seine 
Ablenkung unmerklich, d. h. kleiner als eine bestimmte kleine Grösse, 
etwa ein Zehntel Scalentheil, wird. Die Umstände zu kennen, welche 
diese Zeit verkleinern, ist von praktischer Wichtigkeit. Zu wahrhaft 
scharfer Messung eignet sich übrigens die Beruhigungszeit nicht; nament¬ 
lich bei hoher Astasie ist schwer zu sagen, wann die Bewegung ein Ende 
hat. Da bei gleichem t die Ablenkung des schwingungslos zum Null¬ 
punkte zurückkehrenden Magnetes § proportional ist (s. oben S. 288. 289), 
so wächst auch die Be- [836] ruhigungszeit mit |. Der unten näher 
zu beschreibende Magnetspiegel I z. B. brauchte bei 298 • 5mrn Abstand 
des ÜAUY’schen Stabes, wo seine Bewegung zuerst aperiodisch schien, 
von | = 25 60 fallend 4 • 2, von | = 500 sc fallend 5 • 2 Secunden zur 
Beruhigung. Deutlicher wird der Unterschied bei höherer Astasie, wie 
sie durch Annähem des Stabes erreicht wird, und wobei, wie wir bald 
näher sehen werden, die Beruhigungszeit auch absolut grösser ist. Ber 
282 • 5 mm ; 277* 5 mm Abstand des Stabes betrug die Beruhigungszeit des 
von | = 25 sc fallenden Spiegels beziehlich 10-0; 20-0, die des von 
| = 500 30 fallenden 17-6; 29-6 Secunden.
        

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