Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anleitung zum Gebrauch des runden Compensators (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1871, S. 608)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29143/2/
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X. Anleitung zum Gebrauch 
Gyrotrop, B2 eine zweite Bussole, endlich K% ein wirksam auf liegender 
Muskel, an dessen Stelle man auch eine beliebige zweite, beständige oder 
unbeständige Kette sich denken kann, deren elektromotorische Kraft y 
gemessen, d. h. als Bruchtheil der Kraft E der Maasskette bestimmt 
werden soll. Uv U2 sind TTnterbrechungsstellen der Kreise, wo Schlüssel 
sich beßnden. 
Die Strecke 0 N U1 (p oder 2) S heisst der Maassketten¬ 
kreis, ihr Widerstand W\ die Strecke 0 G1 K2 U2 G2 r der Mess¬ 
kreis, ihr Widerstand M\ die Strecke Or die Nebenleitung, ihr 
Widerstand X; endlich der Widerstand des Nebenschhessdrahtes von 0 
bis S gemessen heisst L. 
Der Stromwender ertheilt dem Maasskettenstromzweig im Messkreise 
die entgegengesetzte Richtung vom Strome der Kette Kv Indem man 
durch Verschieben des Röllchens r am Nebenschhessdraht in der Rich¬ 
tung von 0 nach S die Nebenleitung verlängert, verstärkt man den 
Maasskettenstromzweig im Mess- [610] kreise. Man kann ihm so jede 
Stärke zwischen Null und der Stärke geben, die er vermöge der sonstigen 
Beschaffenheit der Vorrichtung erreicht, wenn r bei S steht. Wenn 
diese Grenzstärke die Stärke des Stromes von K.2 im Messkreis übertrifft, 
kann man also durch Verschieben des Röllchens eine Stellung finden, 
bei der beide Stärken gleich sind, und Bussole B2 die Stromstärke Null 
angiebt. 
Nach dem BosscHA’schen Satz1 ist ein Zweig einer Leitung, in 
welchem kein Strom kreist, mit den etwa darin wirksamen elektromoto¬ 
rischen Kräften, als nicht vorhanden anzusehen. Im Kalle des Gleich¬ 
gewichtes ist also der Strom I, in der Nebenleitung der nämliche, als 
wäre der Messkreis nicht vorhanden: 
Sammlung enthaltene Abhandlung: Ueber das Gesetz des Muskelstromes mit beson¬ 
derer Berücksichtigung des M. gastroknemius des Frosches, in einer Anmerkung 
zum §. V.; — ferner die ebenda befindliche Abhandlung: Ueber die elektromotorische 
Kraft der Nerven und Muskeln, §. II. — S. auch Wiedemann, Die Lehre vom Gal¬ 
vanismus und Elektromagnetismus. Bd. II. Braunschweig 1863. S. 1068—1069; — 
2. Aufi. 1872. Bd.,1. §. 240. 240b. — Ich bin schriftlich und mündlich so oft ersucht 
worden, nähere Aufklärung über Theorie und Gebrauch des in Bede stehenden, für 
thierisch-elektrische Versuche unentbehrlichen Instrumentes zu geben, dass ich es 
für gerechtfertigt halte, wenn ich an dieser Stelle ein für allemal und öffentlich 
diesem Wunsch entspreche, obschon in der Natur der Sache liegt, dass einiges früher 
Gesagte wiederholt wird. Das Instrument in der Form, wie es hier gedacht ist, 
unterscheidet sich von dem früher beschriebenen dadurch, dass der Stöpselumschalter 
aus dem Maasskettenkreis entfernt, und eine Vorkehrung getroffen ist, welche un¬ 
mittelbare Bestimmung der Graduationsconstanten gestattet. 
1 Pogüendokfe’s Annalen u. s. w. 1858. Bd. CIV. S. 460.
        

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