Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den zeitlichen Verlauf voltaëlektrischer Inductionssröme (Monatsberichte der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1862, S.372)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29142/13/
240 IX. Ueber den zeitlichen Verlauf voltaëlektrischer Inductionsströme. 
die Induction durch den entstehenden Nebenstrom hebt in dem inducirten 
Kreise die durch den entstehenden Hauptstrom im ersten*Augenblicke 
gerade auf. Für t — oo schliesst sich die Curve der Abscissenaxe an. 
Dazwischen liegt ein Maximum. Setzt man in dem zweiten Differential¬ 
quotienten von ia nach t t = 0, so erhält man einen positiven Werth; 
die Curve ist am Nullpunkt concav gegen die Abscissenaxe. Aus ihrem 
allmählichen Aufsteigen zu einem in endlicher Entfernung vom Null¬ 
punkte gelegenen Maximum im Gegensatz zum plötzlichen Auftreten des- 
Endnebenstromes in endlicher Grösse auf dem Nullpunkt selber erklärt 
sich die grössere physiologische Wirkung des letzteren. 
Setzt man t = 0 in dem ersten Differentialquotienten von ia nach 
t, so erhält man 
AQ 
PW — Qr 
Dieser Werth, die Anfangssteilheit der Curve, ist absolut genommen um 
so grösser, je kleiner P, das Potential der Hauptrolle auf sich selber. 
Unter der Voraussetzung, dass bei grösserer Anfangssteilheit das Maxi¬ 
mum früher eintrete, ist dies ein analytischer Ausdruck für die Thatsache, 
dass der Schliessungs- und Oeffnungsschlag sich um so weniger von ein¬ 
ander unterscheiden, je weniger Windungen die Hauptrolle hat, und je 
lockerer gewickelt sie ist. 
Die A?on Hm. Henry beobachtete Annäherung des Sehliessungs- 
schlages an den Oeffnungsschlag durch Vergrösserung von w (s. oben 
S. 230) erklärt sich dadurch, dass alsdann, für t = 0, die ne- [387] 
gative Exponentialgrösse in der Klammer sich der Null, die positive der 
Einheit, der Coefficient vor der Klammer aber dem Anfangswerthe des 
Oeffnungsstromes, ^j,'nähert. Man sieht übrigens, dass sich diese Art, 
die physiologische Wirkung der, beiden Schläge einander mehr gleich zu 
machen, für unsere Zwecke nicht eignet. 
In Bezug auf die Abhängigkeit von Q, welches am Magnetelektro¬ 
motor durch das Verschieben des Schlittens geändert wird, ist hervorzu¬ 
heben, dass es nicht als ein blosser Factor in den Ausdruck für i„ ein- 
geht, wie in den für ie (Gleichung 2), sondern auf eine viel verwickeltere 
Weise. Man schwächt also nicht allein den Anfangsnebenstrom, indem 
man die Nebenrolle von der Hauptrolle entfernt, sondern man verändert 
zugleich dessen Verlauf in der Art, dass das Maximum sich verschiebt; 
nach welchem Gesetze, werden wir an einem einfacheren Beispiel sehen- 
Was den Verlauf des Hauptstromes betrifft, so steigt die ihn vor- 
stellende Curve (Fig. 15. A. Curve 3), nach Aussage ihres zweiten 
Differentialquotienten nach t für t = 0, stets sofort concav gegen di
        

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