Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den secundären Widerstand, ein durch den Strom bewirktes Widerstandsphänomen an feuchten porösen Körpern (Monatsberichte der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1860, S. 816)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29139/19/
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V. Ueber den secundären Widerstand u. s. w. 
davon wurde der Stromzweig in der Brücke, worin die eine Bolle der 
Bussole eingeschaltet war, leicht, zum Verschwinden gebracht. Die Empfind¬ 
lichkeit der Anordnung war so gross, dass einer Veränderung des Wider¬ 
standes eines der Schenkel um 1/200 etwa ein Scalentheil Ausschlag ent¬ 
sprach. [868] 
Nun Hess ich, hei geöffneter Hülfskette,1 den Hauptstrom sich durch 
Entwickelung des secundären Widerstandes auf’s Aeusserste schwächen, 
prüfte den Brückenstrom, legte die Wippe im Hauptkreise um, liess den 
umgekehrten Hauptstrom den secundären Widerstand zerstreuen, prüfte 
abermals den Brückenstrom, liess von Neuem durch den Hauptstrom den 
secundären Widerstand in entgegengesetzter Kichtung von vorhin hervor- 
rufen, prüfte zum drittenmal den Brückenstrom, u. s. f. Der Erfolg war 
in mehreren wohlgelungenen Versuchen, dass zwar der Strom in der 
Brücke nicht gerade Null blieb, was bei der Dauer der Beobachtungen 
nicht zu verlangen war, dass sich aber, in Sinn und Grösse der auf¬ 
tretenden Ablenkungen, keine Spur eines Gesetzes blicken liess. Und 
doch bringt, wie man leicht bemerkt, das angewendete Verfahren es mit 
sich, dass bei einem beständigen Unterschiede zwischen dem Widerstande 
der Ein- und dem der Austrittshälfte, die Ausschläge in der Brücke bald 
die eine, bald die andere Kichtung gehabt, mit anderen Worten, dass 
ihre Grössen sich suminirt haben würden. Gleichgültig war dabei, ob 
der mittlere Bausch mit dem positiven oder mit dem negativen Ende 
der Hülfskette verbunden war, d. h. ob der Hülfsstrom in der Eintritts¬ 
hälfte dieselbe Richtung wie der Hauptstrom hatte oder nicht. Dadurch 
ist dem Verdacht vorgebeugt, als habe vielleicht der in der Eintrittshälfte 
zufällig stets dem Hauptstrom entgegengesetzte, in der Austrittshälfte aber 
gleichgerichtete Hülfsstrom in der ersteren Hälfte den inneren secundären 
Widerstand zerstreut, in der letzteren bestehen lassen, und als sei so 
durch die Prüfung selber die durch den Hauptstrom bewirkte Ungleich¬ 
heit der Widerstände wieder verwischt worden. 
Aus diesen Versuchen ist somit zu schliessen, dass der Widerstand 
des Kartoffelprisma’s in allen seinen mittels der Keilbäusche zugänglichen 
Querschnitten unter dem Einfluss des Hauptstromes gleichmässig steigt 
und fällt, und dass keine nachweisbare Abstufung des inneren secundären 
Widerstandes vom [869] Eintritts- nach dem Austrittsende zu stattfindet, 
i Die Oeffnung geschah natürlich an zwei Stellen, nämlich in den beiden 
Drähten, die von den beiden äussersten Zinkblechen ausgingen, und zwar bevor diese 
Drähte sich in die Brücke und in die beiden metallischen Schenkel des Stromnetzes 
spalteten. Anderenfalls hätte ein Theil des Hauptstromes seinen Weg durch die 
Brücke genommen.
        

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