Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber innere Polarisation poröser, mit Elekrolyten getränkter Halbleiter (Monatsberichte der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1856, S. 450)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29136/8/
20 
II. Ueber innere Polarisation 
Vorrichtung mit den Hülfsgefàssen voll Wasser zwischen den Zuleitungs- 
gefässen der Säule und denen des Multiplicators her, aber an Stelle des 
über die Hülfsgefässe gebrückten heberförinigen Rohres, dessen wir uns 
zur Untersuchung der Polarisation an der Grenze ungleichartiger Elektro- 
lyte bedienten, trat jetzt ein System von Röhren, dessen nach abwärts 
gebogenen mittleren weiteren Theil ich mit Wasser und mit innerlich 
polarisirbaren Stoffen anfüllen und dann seine Temperatur bis zum Siede¬ 
punkt des Wassers erhöhen konnte. Es wurde Sorge getragen, dass der 
Widerstand des erwärmten Theiles gegen den des übrigen Multiplicator¬ 
kreises annähernd verschwand, so dass die Verminderung dieses Wider¬ 
standes durch Erhöhung der Temperatur nicht in Betracht kam. Mit 
Baumwollendocht und Eliesspapier gelang der Versuch nicht, insofern die 
innere Polarisation dieser beiden Körper sich als zu schwach erwies, um 
unter den Umständen des Versuches eine merkliche Wirkung am Mul- 
tiplicator für den Nervenstrom zu erzeugen. Hingegen hei Gegenwart 
von Hanfschnur, von Thonschiefer oder von Badeschwamm in dem Rohr 
ergab sich bei 100° C. für die beiden ersteren Körper eine deutliche 
Verminderung, für den letzteren, der sehr starker innerer Polarisation 
fähig ist, ein gänzliches Verschwinden der secundär-elektromotorischen 
Wirkung. 
Mit diesem, trotz den dauernden Bemühungen, die ich dem Gegen¬ 
stände gewidmet habe, ziemlich kärglichen Material haben wir es nun zu 
unternehmen, uns eine Meinung über die Ursache der inneren Polari¬ 
sation zu bilden. 
[459] Zuerst will ich hier, wie bei der äusseren Polarisation der 
Elektrolyte, einige Vermuthungen kurz zurückweisen, auf die man beim 
ersten Anblick verfallen könnte. 
Hier, wie dort, kann zunächst nicht an Temperatur-Unterschiede als. 
an die Ursache der Polarisation gedacht werden. Zwar würde diese 
Hypothese hier mehr als dort berechtigt sein, insofern es nicht an Spuren 
fehlt, dass an der Uebergangsstelle des Stromes aus einem besseren in 
einen schlechteren, und an der aus einem schlechteren in einen besseren 
Leiter, verschiedene Erwärmung stattfinde, und insofern es sich hier um 
feuchte poröse Körper handelt, an denen Thermoströme wirklich nach¬ 
gewiesen sind. Zu den Temperaturströmen am menschlichen Körper und 
den Thonthermoströmen Nobili’s kann ich jetzt beiläufig noch ganz 
ähnliche Ströme hinzufügen, die ich an Fliesspapierbäuschen beobachtet 
habe. Allein hier so wenig wie bei der äusseren Polarisation ist es mir 
gelungen, unter den Umständen meiner Versuche, mittels des oben S. 10 
erwähnten Thermometers, einen Temperatur-Unterschied nachzuweisen, 
obschon nicht unmögüch wäre, dass bei einer anderen Anordnung ein
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.