Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fortgesetzte Beschreibung neuer Vorrichtungen für Zwecke der allgemeinen Nerven- und Muskelphysik (Annalen der Physik und Chemie, Jubelband, 1873, S. 592)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29131/16/
§. 4. Das Federmyographiön. 
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Quadrat gegen das Quadrat der anderen vernachlässigt werden kann. 
Damit dies erlaubt sei, muss freilich für jedes n das Yerhältniss der con¬ 
stant bleibenden zu der zu ver-n-faclienden Geschwindigkeit mindestens 
einen gewissen Werth haben. Soll z. B. durch Verfünffaehung von Cj 
allein o nahe verfünffacht werden, so muss schon C — 156], d. h. etwa 
= 1500mm, oder gleich der Maximalgeschwindigkeit bei Anwendung 
unserer Feder II sein. Man erhält o = 4-75«, während man allerdings 
o = 4-99« findet, wenn man bei C — 56], wo Yergrössem von C 
allein nichts mehr hilft (s. oben S. 278), C und C\ zugleich verfünffacht, 
was für C etwa 2500mm, d. h. die erst durch Feder III erreichbare 
Geschwindigkeit gäbe. Auf den Unterschied von 0-05 in der Grösse von 
o kommt es indess nicht an; eine [609] Steigerung der Geschwindigkeit 
der Platte von 1500 auf 2500 mm fällt dagegen sehr in’s Gewicht. 
Aus naheliegenden Gründen wird man in der Wirklichkeit nicht 
versuchen, was in der Theorie sonst auf dasselbe hinausläuft, C gegen 
(j verschwinden zü lassen. Sondern die Art, o, und somit auch s und 
G, ausgiebig zu vergrössern, besteht sichtlich darin, bei in obigem Sinn 
ausreichender Geschwindigkeit der Zeichenfläche, die Geschwindigkeit des 
Stiftes zu vergrössern. Innerhalb gewisser, ziemlich enger Grenzen hat 
dies keine Schwierigkeit. Mit Yerlängerung des Schreibehebels wächst v, 
wenn auch nicht genau proportional. Man kann nun erstens den Hebel 
relativ verlängern, d. h. den Muskel seinem Drehpunkte näher anbringen, 
zweitens ihn absolut verlängern. Hr. Mabet wendet ungleich längere 
Hebel als die bei uns üblichen an.1 Auch Hr. Fick scheint den Hebel 
des HELMHOLTz’schen Schreibewerkes schon verlängert zu haben,2 und 
ich glaube, dass wir in der Furcht daraus entspringender Fehler zu weit 
gehen. So -werden also grössere Geschwindigkeiten der Zeichenfläche 
wieder nicht allein nützlich, sondern sogar nothwendig, und die in dieser 
Rücksicht dem Federmyographiön zustehende Ueberlegenheit kommt 
schliesslich doch noch in Betracht. 
Der Grundgedanke unseres Myographions, die Zeichenfläche durch 
Federkraft zu bewegen, lässt sich übrigens auf andere Formen dieser 
Hache übertragen, und mit anderen Arten ihrer Führung verbinden. 
Man könnte einer pendelnden Platte durch Federkraft Geschwindigkeit 
ei'theilen, ein Cylinder- oder Kreisscheibenmyographion mit einer Feder 
gleich der an der Chronometerunruhe oder an dem Ficn’schen Spiral- 
dieotoni3 versehen u. d. m. Solche Vorrichtungen wären jeden Grades 
1 L. c. p. 422. 
2 A. a. 0. S. 309. 
3 Untersuchungen über elektrische Nervenreizung. Braunschweig 1864. 4°. 
S. 5. — Dje medicinische Physik. 2. Aufl. Braunschweig 1866. S. 425.
        

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