Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beschreibung einiger Vorrichtungen und Versuchsweisen zu elektrophysiologischen Zwecken (Abhandlungen der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1862, S. 75)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29130/24/
168 VIII. Beschreibung einiger Vorrichtungen und Versuchsweisen u. s. w. 
den zugekehrte Wand lässt sich ganz oder theilweise entfernen, wodurch 
das Innere zugänglich wird. Diese Wand besteht nämlich aus zwei 
Spiegelscheiben, welche in der Mitte senkrecht aneinanderstossen, und sich 
seitlich verschieben. Da die Länge der einen Scheibe drei Viertel von 
der der Kammer beträgt, so kann rnian leicht ^bewirken, dass sie irgend¬ 
wo zwischen sich einen Schlitz lassen, breit genug um die Hand einzu¬ 
führen, ohne dass die [99] feuchte innere Luft zu einem erheblichen 
Theile durch trockene äussere ersetzt wird. 
Die feuchte Kammer mit abzuhebendem Gehäuse, das in einer mit 
Wasser gefüllten Rinne steht, wie ich sie zum'Aufbewahren der Zuleitungs- 
gefässe empfahl,1 kann man auch als Arheitsraum benutzen. Sie hat 
jedoch den Nachtheil, dass sich über die Rinne fort den innerhalb befind¬ 
lichen Gegenständen schlecht beikommen lässt, und dass der Rand des 
Gehäuses beim Ahheben trieft. Die geringe Wasseroberfläche der Rinne 
macht zudem das feuchte Fliesspapier und die Alkarazzas kaum über¬ 
flüssig. Das Abheben des Gehäuses geschieht beiläufig am besten, indem 
man es auf eine seiner langen Seitenflächen umlegt. Man macht es dazu 
mit Scharnieren am Grundbrett beweglich, deren Axe man möglichst weit 
abrückt. Die Zarge des Gehäuses muss eisenfrei sein, um unbedenklich 
in der Nähe des Multiplicators oder der Spiegelbussole gehandhabt zu 
werden.2 
§. VIEL Von den Vorrichtungen zum elektrischen 
Tetanisiren.3 
Der Schütten-Magnetelebtromotor ist, seit ich ihn im Jahre 1849 
beschrieb,4 so vielfach von Physiologen und Aerzten angewendet worden, 
1 Untersuchungen u. s. w. Bd. I. S. 219. 
2 [Noch besser ist es die feuchte Kammer an zwei Schnüren aufzuhängen und 
sie durch Gewichte zu aequilibriren.] 
3 Nachträglich [1862] eingerückter Paragraph. 
4 Ich habe seitdem gefunden, dass schon 1839 Hr. Jos. Henry (damals in 
Princeton, New-Jersey, später in Washington) vorschlug, durch Entfernung der beiden 
Bollen von einander die Stärke der Inductionsschläge zu ärztlichen Zwecken abzu¬ 
stufen (Transactions of the American Philosophical Societjf, held at Philadelphia, etc. 
New Series. 4. 1839. vol. VI. p. 315. §.52; — The . .. Philosophical Magazine etc. 
New and united Series, vol. XVI. p. 256; — Poggendorff’s Annalen u. s. w. Er¬ 
gänzungsband J). 1842. S. 291). Um so sonderbarer ist es, dass man in Frankreich 
noch immer, statt dieses einfachsten und zweckmässigsten Mittels, sich zum Abstufen 
der Ströme eines Kupferrohres bedient, das man zwischen die Haupt- und die sie 
umgebende Nebenrolle schiebt, wobei einmal der Strom nicht Null, zweitens der 
zeitliche Verlauf auch des Endstromes so verändert wird, dass die Ordinaten nicht
        

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