Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beschreibung einiger Vorrichtungen und Versuchsweisen zu elektrophysiologischen Zwecken (Abhandlungen der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1862, S. 75)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29130/23/
§. 6. Von den Zuleitungsröhren mit Thonspitzen. 
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§. VII. Vom feuchten Arbeitsraume. 
Wie hei den Reizversuehen ist es auch hei den thierisch-elektrischen 
Versuchen gerathen, soviel wie möglich in einem mit Wasserdampf ge¬ 
sättigten Raume zu arbeiten. Für die Versuche, wobei Nerven in!s Spiel 
kommen, versteht sich dies von seihst; aber auch für die Versuche an 
Muskeln ist es oft des Thones halber wünschenswerth, einen feuchten 
Arbeitsraum zu besitzen. 
Mir dient als solcher eine aus Glas und Holz gefugte Kammer von 
350mm Länge, 250mm Breite und 230mm Höhe. So ist sie gross genug, 
um die Zuleitungsgefässe, und was von Hülfsvorrichtungen gewöhnlich 
gebraucht wird, aufzunehmen, und nicht zu gross, um sich nicht noch 
leicht mit Wasserdampf zu sättigen, wenn man von ihren Wänden die, 
an deren Durchsichtigkeit gerade nichts hegt, mit feuchtem Fliesspapier 
belegt, und ausserdem darin ein paar poröse Thontröge als Alkarazzas 
aufsteht. 
Das Grundhrett, auf dem die Kammer steht, ist sorgfältig geebnet, 
und ruht mit seinen kurzen Seiten auf 25mm hohen Leisten, sodass 
darunter Drähte, die durch das Brett in die Kammer treten, isolirt 
verlaufen. 
Die Kammer ist auf dem Grundhrett befestigt, aber die dem Arbeiten- 
eines Paares Zuleitungsröhren, deren Thonspitzen einander berührten, betrug an zehn 
aufeinanderfolgenden Versuchstagen : 
1 0-00037 Daniell 
2 ........ 0-00022 
3 ..... 0-00004 
4 ........ 0-00012 
5 ........ 0-00020 
6 ........ 0-00012 
7 ........ 0-00008 
8 ........ 0-00056 
9 ........ 0-00012 
10 ........ 0-00015 
Im Mittel 0-00019 Daniell. 
Die mittlere elektromotorische Kraft des Nervenstromes beträgt bekanntlich 
t'twa das lOOfache des Mittels, nämlich 0-02000, nicht weniger als das 500fache 
des kleinsten, und noch immer das 36fache des grössten unter den obigen Werthen 
(Vergl. §. IV der Abhandlung „Ueber die elektromotorische Kraft der Nerven und 
Vuskeln“ im Archiv für Anatomie u. s. w. 1867 und im zweiten Bande dieser 
Sammlung). 
Den Widerstand eines Paares unpolarisirbarer Thonstiefelelektroden hat Hr. 
Kanke je nach dem Feuchtigkeitszustande des Thones zu 105—112 Meilen Tele¬ 
graphendraht, die Meile zu 64 SiEMENs’schen Einheiten, also zu etwa 6720—7168 
E« bestimmt (Tetanus. Eine physiologische Skizze. Leipzig 1865. S. 26)].
        

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