Bauhaus-Universität Weimar

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ïenfle praxis treten, bann normals btc Schule befugen, unb 
enblicß bas ©xamen ntaeßen. — 2BaS wirb babureß für eine ßö* 
ßere, waßrßaft einige, aus bent Innern ßeroorgeßenbe StuSbit* 
bung getßan? Saju îommt noeß baS fpeciette SSeßanbetn ber »er* 
feßiebenen, als beenbet angefeßenen ©tpte; bie Regeln, bie folgen 
©tplen bureß bie Sßeorteen angebteßtet werben ic. —• 
©ine wa^r^aft ftinßlerifcße SiuSbtlbung wirb baber meiner in« 
nigen Ueberjeugung naeß nur erlangt, fowoßl bei -Katern, 33i(b« 
bauern ober Slrcßitecten, bureb bie innigfte SSerbinbung ber 
2:^eorte unb praxis unb gleichmäßiges gortfeßreiten 
in betben. — 
©ine foteße StuSbitbung ift in SCBirffictjfeit aber nur benïbar 
(wie fte bem Später unb SBilbßauer wenigßenS nießt »erboten iß), 
tnbem ber Äunßjünger oon bem Stugenbticîe an, wo er ßcß feiner 
Stunß ganj wibmet, ßcß einem feßon in S:^äitgfett gefegten unb 
jurn SKeifter geworbenen Spanne in feinem jaeße até ©coûter an* 
fließt, unb fo war eS auch in ber guten alten 3?>t. SBenn ber 
Seßrer ein »ernünftiger unb waßrer fünßter tß, unb einen foießen 
ïann ßcß ja ber ©cßüter fueßen, fo wirb er ben ©cßüter, feinen §ä« 
ßigfeiten gemäß, weniger leiten als anregen. Ser ©cßttler ßat 
aber ferner bei einem foteßen Spanne ©etegenßeit, bie praxis gteteß« 
fam fo ju lernen, wte ein Stinb bie ©praeße, tnbem er täglicß ba* 
»on ßbrt unb ßeßt. — ©in guter Seßrer wirb bem ©cßüter 
bemerliicß maeßen, was ißm für ben jebeSmatigen ©tanb feiner 
©Übung feßit, unb wie er ßcß bas fÇe^tenbe bureß ben 33efucß bie« 
fer ober jener Stnßatt aneignen îann. SaS SBicßtigße bei btefer 
Slrt ber SSitbung iß enblicß, baß baS 3firnen, ©ntwerfen 
unb ßompontren, atfo baS, was bemSünßter bie gäßigfeit giebt, 
feine ©ebanten fünßterifcß auSjubrüßen, aueß wirfltcß bie $aupt* 
ßetfe, ben Äern feiner 33tlbung auSmacßt, unb atteS Ucbrtge als 
jwar notßwenbig, aber boeß weit untergeorbnet erfeßeint. — $Kan 
feße ßcß gefättigß um, wie »iete in ber SBauacabemte gebitbete 
Seute eigentlich jeteßnen tbnnen, unter 3 eignen uießt etwa 
»erßanben, einen topf teiblicß ju feßattiren, ober ein Sanbfcßäft* 
eßen ju tufeßen :c., fonbern überhaupt bie gäßigfett, fünßlertfcße 
©ebanten getäußg barjußetten, unb baS iß für ben Künftter eine 
unerläßliche äkbingung; aber ein fotcßeS 3eicßnen lernt ßcß nießt 
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