Bauhaus-Universität Weimar

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Töne der Stimmgabel nicht im Einklang mit den höheren 
Tönen der Resonanzröhrc sind, und deshalb, durch die Re- 
sonanzröhre nicht verstärkt, unhörbar bleiben. 
Wenn aber die Luftbewegung während einer Schwin¬ 
gungsperiode nicht dem einfachen Gesetze der Pendelbewe¬ 
gung folgt, sondern einem beliebigen anderen Gesetze, so 
hört man bei gehörig gerichteter Aufmerksamkeit der Regel 
nach mehrere Töne, selbst wenn die Luftbewegung nur von 
einem einzigen tönenden Körper hervorgebracht wird. Nun 
kann nach dem bekannten Theorem von Fourier eine 
jede periodische Bewegung der Luft mathematisch ausge¬ 
drückt werden durch eine Summe von Gliedern, deren je¬ 
des von der Form ^fsin(2jrm<-t-c) ist, und also einer ein¬ 
fachen pendelartigen Schwingung der Luftlheilchen entspricht. 
In diesem Ausdrucke sind A und c abhängig vom Werlhe 
von m, und m durchläuft die Werthe n, 2n, 3n, An u. s. w., 
wo n wieder wie früher die Zahl der einfachen Perioden 
in der Sekunde bedeutet. 
In allen solchen Fällen nun, wo die Form der Bewe¬ 
gung des tönenden Körpers theoretisch vollständig gefunden 
werden kann, und wo man sich diese Bewegung mathema¬ 
tisch als eine Summe von solchen Sinusgliedern dargestellt 
hat, hört das Ohr bei gehöriger Aufmerksamkeit in der That 
die Töne von n, 2 n, 3 n u. s. w. Schwingungen, obgleich 
es in allen den Fällen, wo eine solche Luftbewegung nicht 
wirklich von verschiedenen Tonquellen her hervorgerufeu 
ist, eben nur eine mathematische Fiction ist, dafs eine An¬ 
zahl von einfachen pendelartigen Schwingungen der Luft- 
theilchen neben einander existiren. 
Die Allgemeinheit dieser Wahrnehmung veranlafste das 
berühmte frühere Mitglied dieser Akademie G. S. Oh m es 
als Definition des einfachen Tones aufzustellen, dafs ein 
solcher nur hervorgebracht werde durch eine einfache pen¬ 
delartige Luftbewegung von der Form A sin (2 Tim t -f- c). 
Diese Definition des Tons von Ohm wurde von Seebeck 
heftig angegriffen, welcher behauptete, dafs die Definition 
zu eng sey, und dafs die Empfiudung eines einzigen Tons
        

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