Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wahrnehmung kürzester Töne und Geräusche
Person:
Abraham, Otto Ludwig J. Brühl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28896/3/
Wahrnehmung kürzester Töne und Geräusche. 
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über eine TonseaJa von 6 Octaven (Gx — r4) sieh erstreckten* 
zu dem, Ergebnifs, dafs die Reaetionszeit auf Klänge mit 
wachsender Höhe stetig abnehm©. Die Reaetionszeit sei das 
variable, und daher die obig© Rechnung falsch, in welcher sie 
für die verschiedenen Tön© als constant angenommen ist. 
Heber die Perceptionsdauer konnte ©r nur das allgemein© nega¬ 
tive Resultat aussagen, dafs sie nicht auf diesem Weg© genau 
zu ermitteln ist, zweitens aber, dafs die AuEBBACH’schen Werth© 
jedenfalls zu grofs sind. Diese Resulate nahm G. Mabtiüs auch 
nicht in seiner erläuternden Arbeit zurück1 *, in welcher er den 
Einflufs der Intensität auf die Reaetionszeit in Betracht zog, 
Es bleibt also für unser© Untersuchung nur die ein© Methode 
übrig, die abgegrenzt© Anzahl von Schwingungen zum Gehör zu 
bringen. Mach 2 liefs ein© elektrische Stimmgabel in einem stark 
gedampften Kasten ertönen und leitete den Schall durch ©in 
Kohr zum Ohr des Beobachters. Durch eine rotirende, mit 
einem Ausschnitt versehene Pappscheibe konnte er den Ton auf 
eine kurze Dauer beschränken. Er fand so, dafs der Ton 128 
etwa 4—5 Schwingungen machen mufs, um als Ton wahrge¬ 
nommen zu werden ; weniger Schwingungen erzeugten nur einen 
trocknen Schlag.8 Wir glauben, dafs die Reiexionsgeräusche 
im Leitungsrohr sehr störend bei diesen Versuchen sind; aufser- 
dem bezieht sich die Angabe nur auf einen einzigen Ton. 
Exxer4 stellte seine Versuche in ähnlicher Weise an; er 
leitete den Ton einer Stimmgabel durch einen Schlauch ins Ohr 
eines im, anderen Zimmer sitzenden Beobachters. Durch eine 
Art Fallmaschin© konnte er den Schlauch abklemmen,- so den 
Sun i Inga beiton unterbrechen und die Sehwl ngungsanzahl be¬ 
stimmen. Er fand auf diese Weise, dafs die erste Spur einer 
Fonempfindung nach ca, 17 Schwingungen erzeugt wurde; er 
versteht unter Tonempfindung nicht nur eine Gehörsempfindung, 
sondern die Empfindung eines Tones von bestimmter Höhe. 
Biese letztere Angabe hat zu Irrthümern Anlafs gegeben ; Mabtiüs 
meint, es könne bei Exnbb auch die Zeit der Wiedererkennung 
1 Götz Mabtiüs, lieber den Einflufs der Intensität der Beize auf die 
Heactionszeit der Klinge. Daselbst VII. 
1 Mach, Physikal. Notizen, Lotos 23 25, 1873. 
1 Darüber s. später ui\ Absatz „Nebengeräusch“. 
4 Exkbb, Zur Lehre von den Gehörsempfindungen, Fblüqbr^ Arch. 13. 
12*
        

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