Bauhaus-Universität Weimar

Über Farbensysteme. 
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tierungsdifferenz zwischen den beiden Gruppen nicht kon¬ 
statieren; jede umfafst stärker und schwächer pigmentierte 
Individuen; die schwächste (0,6; Stud. M.) und die stärkste 
(1,5; Stabsarzt S.) gehören derselben Gruppe an. 
Interessanter als diese, im Hinblick auf früher Erörtertes 
kaum mehr erforderliche Feststellung ist es, diejenigen Diffe¬ 
renzen genauer zu verfolgen, welche wirklich auf der Makula- 
Pigmentierung beruhen. Die einfachere Natur des Farben¬ 
systems bringt es mit sich, dafs dies an zwei Dichromaten des 
gleichen Typus leichter und vollständiger geschehen kann, als 
an zwei Trichromaten. Ein besonders günstiger Zufall war es 
dabei, dafs die beiden systematisch und vollständig unter¬ 
suchten Protanopen (Stabsarzt S. und Stud. M.), wie schon aus 
den oben angeführten Zahlen entnommen werden konnte, zwei 
ziemlich extreme Fälle stärkster und schwächster Makula- 
Pigmentierung darstellten. Die Bedeutung dieses Umstandes 
kann nun in der That sehr klar und instruktiv an den Mischungs¬ 
ergebnissen verfolgt werden. Um dies zur Anschauung zu 
bringen, betrachte man in Fig. 1 die beiden die Rotwerte dar¬ 
stellenden Kurven, in Fig. 2 die den Blauwert darstellenden 
der Herren S. und M. Man erkennt mit grofser Deutlichkeit, 
dafs beide M-Kurven sich von den S-Kurven in einem be¬ 
stimmten Sinne unterscheiden. Bei den Rotkurven zeigt sich 
etwa von 552 p an ein Unterschied in dem Sinne, dafs die 
Kurve des stark pigmentierten Herrn S. kleinere Ordinalen 
aufweist, als diejenige des schwach pigmentierten Herrn M., 
woraus die allmählich bei einer unter 552 pp, sinkenden Wellen¬ 
länge mehr und mehr zur Geltung kommende Absorption er¬ 
sichtlich wird. Die Blaukurven zeigen das Gleiche, nur mit 
der Modifikation, die dadurch bedingt ist, dafs auch das im 
Gemisch figurierende Blau der starken Absorption bei Herrn S. 
unterliegt. Aus diesem Grunde müssen die Kurven bei 460, 
obwohl hier die Absorption am stärksten ist, für beide Beob¬ 
achter zusammenfallen; um aber Gleichheit mit einem Licht, 
z. B. von 490, zu erzielen, braucht M. weniger Blau als S., hier 
mufs also die M-Kurve unter der S-Kurve liegen und dieser 
Unterschied mit zunehmender Wellenlänge immer stärker her¬ 
vortreten. In beiden Fällen mufs mit abnehmender Wellen¬ 
länge die S-Kurve weniger ansteigen oder steiler absinken, 
als die M-Kurve, das Verhältnis der S-Werte zu den M-Werten
        

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