Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mischungsgleichungen im Gebiete des Geschmacksinns [I. und II.]
Person:
Skramlik, Emil v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28841/58/
Mischungsgleichungen im Gebiete des Geschmacksinns. II. 
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dafs es in 0,098 n-Lösung nur 3 von 10 geprüften Vpn. blofs 
bitter und salzig schmeckt, 2 weiteren dagegen bitter und süfs 
und den übrigen 5 bitter, salzig und süfs, dafs es also in der 
Hälfte der Fälle ßkomponentige Mischungsgleichungen ergibt. 
Weiter lehrt eine Betrachtung der Gleichungen für KBr, dafs 
dieses Salz in 0,336 n-Lösung für alle 3 Vpn. bitter, salzig und 
sauer schmeckt, nicht blofs bitter und salzig. Ich füge hier noch¬ 
mals hinzu, dafs man bei der Erzielung einer Mischungsgleichung 
für dieses Salz den Geruch ausschalten mufs, an dem die KBr- 
Lösung sofort erkannt werden kann. Ich glaube, dafs sich auf 
Grund meiner Angaben die vorhandenen Unstimmigkeiten leicht 
werden beseitigen lassen, um so mehr als Henning seinen früheren 
extremen Standpunkt bereits verlassen hat. In der 1. Abhandlung 
(Zeitschr. f. Psychol. 74, 1916) schreibt er S. 219: „Der bittersalzige 
Geschmack des MgCl2 ist etwas prinzipiell Verschiedenes von dem 
einer Mischung aus Kochsalz und bitterer Aloelösung.“ In der 
letzten Arbeit in den Ergebnissen der Physiologie Bd. 19, 1921, 
schreibt er S. 38: „Immerhin kommt der Geschmackseindruck 
des einfachen Geschmackes mit 2 Ähnlichkeiten (Chlormagnesium) 
dem Eindruck einer entsprechend dosierten Mischung aus Koch¬ 
salz und Chinin viel näher, als das Analoge im Felde der Gerüche 
und Töne der Fall ist.“ 
Als ein einfaches aber nicht unwichtiges Ergebnis geht aus 
meiner Untersuchung hervor, dafs unter allen Salzen nur das 
NaCl den rein salzigen Geschmack besitzt. Dieser Befund 
ist von einer ganzen Anzahl von älteren und neueren Forschern, 
ich erwähne nur Valentin, Fick, v. Vintschgau und Öhewall, 
wohl angenommen worden, hat aber seine exakte Bestätigung 
erst durch Aufstellung der Geschmacksgleichungen erfahren und 
er ist besonders bemerkenswert im Vergleich zu den Substanzen 
mit dem Geschmack der anderen Grundqualitäten ; denn es gibt 
eine grolse Anzahl von Körpern, die rein sauer schmecken (die 
meisten Säuren) und rein bitter (viele Bitterstoffe) und eine 
relativ begrenzte Anzahl von Stoffen, denen der rein süfse Ge¬ 
schmack zu eigen ist, aber nur einen einzigen, der rein 
salzig schmeckt, nämlich das Kochsalz. 
Die vorliegende Untersuchung wurde mit Unterstützung der 
Freiburger Wissenschaftlichen Gesellschaft, ausgeführt, der auch 
an dieser Stelle hierfür bestens gedankt sein soll.
        

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