Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mischungsgleichungen im Gebiete des Geschmacksinns [I. und II.]
Person:
Skramlik, Emil v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28841/50/
Mischungsgleichungen im Gebiete des Geschmacksinns. II. 
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„Milderwerden“ des Geschmacks von LiJ, das sehr bald nach 
der Einnahme eintrat und auf die Umstimmung des Geschmacks¬ 
organs in Süfs zurückzuführen sein dürfte. Diese Erscheinung 
bildet aber einen Anhaltspunkt für die Unterscheidung, denn es 
ist mir nicht gelungen, diese Intensitätsänderung in der Mischung 
nachzuahmen. Bei etwas länger dauernder Prüfung weifs hier 
die Vp., welche Lösung gereicht wurde. Der Gegenfall war bei 
der gleichen Vp.i>eim Na2S04 gegeben, dessen Süfsgeschmack 
bei längerem Verweilen in der Mundhöhle an Intensität zu¬ 
nimmt. Diese Erscheinung konnte durch eine Erhöhung des 
Traubenzuckergehalts der Mischung nicht wettgemacht werden, 
da diese sonst von vornherein zu süfs geschmeckt hätte. In 
beiden Fällen gelten die ermittelten Gleichungen nur für eine 
begrenzte Zeit. 
Eine weitere nicht zu umgehende Störung bildeten zeit¬ 
liche Unterschiede im Auftreten der einzelnen Geschmacks¬ 
qualitäten, die in dieser Sammlung allerdings nur ein einziges 
Mal1 zur Beobachtung gelangten und zwar bei Vp. 2 beim 
KHCOg. Die einzelnen Qualitäten treten hier in der Reihen¬ 
folge bitter, salzig und sauer auf, wobei dann das letztere an 
Intensität stark zunimmt. Diese nicht nachzuahmenden Unter¬ 
schiede betrugen in 3 Versuchen 
Vp. 2. Erste Bitterempfindung 0,2" 0,25" 0,18" 
nach Einnahme der Salzlösung. 
„ Salzig- „ „ weiteren 5,0" 4,8" 5,2" 
„ Sauer- „ „ „ 13,0" 14,0" 12,5" 
In diesen Verhältnissen liegt also der Grund, warum sich 
hier keine Mischungsgleichungen aufstellen lassen. 
In der folgenden Tabelle 2 sind die Geschmacksgleichungen 
für 24 Salze und 3 Versuchspersonen zusammengestellt. Die 
Art ihrer Darstellung ist in der früheren Abhandlung eingehend 
beschrieben worden; der Einfachheit halber wiederhole ich 
nur, dafs 
Vp. 1 0,268 n KCl gg. [0,273 n NaCl + 0,000019 n Ch. 
+ 0,0012 n W.] 
bedeutet, dafs für Vp. 1 eine 0,268 n KCl-Lösung geschmacks¬ 
gleich ist mit einer Lösung, die zugleich 0,273 n ist für NaCl, 
1 Vgl. Zeitschr. f. Sinnesphysiol. 53, S. 66, auch wegen der Registrierung.
        

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