Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Akademische Ansprache. Ansprache an Se. Exzellenz Hrn. von Helmholtz zur Feier seines fünfzigjährigen Doktorjubiläums in der Gesamtsitzung der Akademie der Wissenschaften am 3. November 1892
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28729/5/
An Hrn. von Helmholtz, 
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skopischen Sehens, Ihrem siegreichen Streifzug in die 
Meteorologie, Ihren wieder in die erhabensten Regionen 
der Mechanik führenden Studien zur Statik monocykli- 
scher Systeme, von noch vielem anderen, das hier Er¬ 
wähnung verdiente. Doch es ist unmöglich, in den uns 
gesteckten Grenzen ein wirklich entsprechendes Bild von 
der Welt von Tatsachen und Einsichten, von Beobach¬ 
tungen, Versuchen und Gedanken zu geben, die Sie, die 
höchste Analyse wie die feinsten Instrumente mit gleicher 
Meisterschaft und Leichtigkeit handhabend, mit uner¬ 
schöpflicher Arbeitskraft zutage gefördert haben. Das 
von uns Übergangene würde allein hinreichen, einen 
hervorragenden akademischen Namen zu begründen. Das 
Staunen über Ihre Leistungen wächst aber noch, wenn 
wir uns erinnern, daß Sie, durch Alexander’s von Hum¬ 
boldt Fürsprache von Ihren Verpflichtungen als Militär¬ 
arzt entbunden, zuerst an der hiesigen Akademie der 
Künste plastische Anatomie, dann in Königsberg Physio¬ 
logie und allgemeine Pathologie, dann in Bonn Anatomie 
und Physiologie, zuletzt endlich in Heidelberg Physiologie 
allein zu lehren hatten. Dabei machten Sie es noch 
möglich, durch eine Reihe gemeinfaßlicher Vorträge von 
reinster Formvollendung jederzeit auch weiteren Kreisen 
Einblick in Ihre Forschungsergebnisse zu gewähren. 
Durch den 1870 erfolgten Tod Ihres Lehrers Gustav 
Magnus trat dann für Sie die glückliche Wendung ein, 
daß Sie, ein unerhörter Vorgang in der Geschichte der 
deutschen Universitäten, vom Lehrstuhl der Physiologie 
als Magnus’ Nachfolger auf den Lehrstuhl der Physik 
berufen wurden. Seit dem 15. Januar 1857 korrespon¬ 
dierendes, seit dem 1. Juni 1870 auswärtiges Mitglied 
der Akademie, sind Sie so seit dem 1. April 1871 ganz 
der Unsrige geworden. Nachdem Sie für die Universität 
ein die heutigen Anforderungen erfüllendes physikalisches 
Institut geschaffen hatten, sollten Sie indes noch eine 
Wandlung Ihrer Lage erfahren, indem Sie beauftragt 
wurden, für das Reich eine physikalisch-technische An¬ 
stalt zu gründen und zu leiten, welche Sie auf dem 
durch die groüsinnige Freigebigkeit eines aus unserer 
Mitte dazu geschenkten Boden erbauen durften. Aber 
indem Sie zugleich fortfahren, an der Universität Vor-
        

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