Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, Viertes Heft
Person:
Nägeli, Carl Wilhelm Simon Schwendener
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28713/72/
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besondern Ringe mit dem allgemeinen vereinigt, mit Ausnahme desjenigen mit 
den Strängen f—h. Dieser ist der einzige, welcher unversehrt am Knoten vor¬ 
beizieht; denn der andere Complex von Strängen (g—£), welcher ebenfalls nicht 
alfizirt wird, bildet hier nicht einen besondern Ring sondern eine Falte des all¬ 
gemeinen. — Verfolgen wir irgend einen besondern Ring von einem Knoten aus, 
an dem er ungeöffnet vorbeizieht, nach unten, so finden wir, dass er an den 2 
folgenden Knoten sich mit dem allgemeinen Ring verbindet, am dritten nicht, und 
dass sich diess abwärts immer wiederholt. 
An der Stelle, wo sich die besondern Holzringe in den allgemeinen öffnen, 
treten Stränge ihrer innern Seite oder Theile derselben in den allgemeinen Ring 
ein. Auch da, wo die von der Mitte eines Rlattes herabsteigende Ausfaltung des 
allgemeinen Ringes sich abschnürt, um einen besondern Ring zu bilden, theilen 
sich die Axillarstränge, die im Hals der Ausfaltung liegen, gewöhnlich je in zwei 
Schenkel, von denen die äusseren in den besondern, die innern in den allge¬ 
meinen Holzring übergehen. 
Die Gefässstränge haben im Allgemeinen einen radialschiefen, von oben und 
aussen nach unten und innen gerichteten Verlauf. Wir können 3 verschiedene 
Abstände derselben vom Centrum des Stengels unterscheiden: 1) die äussere Seite 
der besondern Holzringe oder der Ausfaltungen des allgemeinen, 2) die innere 
Seite der besondern Holzringe oder der Hals der Ausfaltungen des allgemeinen 
Ringes, 3) der allgemeine Holzring mit Ausschluss seiner Ausfaltungen. Wenn 
wir nun jedes Internodium einen Schritt nennen und die Spurstränge von ihrem 
Eintritte in den Stengel an abwärts verfolgen, so macht der Medianstrang zuerst 
3 Schritte in der äussern, dann 3 Schritte in der mittlern Stellung, um zuletzt in 
die innere sich zu begeben. Der kathodische Blattstrang bleibt ebenfalls 3 Schritte 
in der äussern, dann 3 in der mittleren Stellung, ehe er in die innere eintritt. 
Der anodische Blattstrang befindet sich während der ersten 2 Schritte in der 
äussern, dann während 3 Schritten in der mittleren Stellung. Alle die genannten 
Stränge bleiben häufig, sei es ganz, sei es theilweise, länger in der mittleren 
Stellung, als eben angegeben wurde, und treten also erst weiter abwärts in den 
allgemeinen Ring ein. Die Axillarstränge sind von Anfang an in der mittlern 
Stellung und bleiben theilweise durch 5 und mehr Internodien in derselben, um 
zuletzt ebenfalls in die innere Stellung sich zu begeben. 
S e r j a n i a spec. 
(Taf. VI, 17). 
Laubzweige (trocken, aus Brasilien, mitgetheilt von Herrn v. Martius.) Um den 
allgemeinen Holzring liegen 8 besondere Ringe. Von dem letztem können 1 oder 
auch 2 bloss als Falten des allgemeinen Ringes vorhanden sein (Fig. 17); sie 
entsprechen dem eigenen und dem nächstobern Medianstrang. Es kommt auch 
vor, dass ein oder zwei neben einander liegende besondere Holzringe mit dem all¬ 
gemeinen so vereinigt sind, dass sie nicht einmal als Falten besonders stark vor¬ 
springen. 
In jedem besondern Holzringe befinden sich 1 oder auch 2 äussere und 
ebenso 1 oder 2 innere Gefässstränge. Der Verlauf derselben wurde nicht ver-
        

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