Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, Viertes Heft
Person:
Nägeli, Carl Wilhelm Simon Schwendener
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28713/58/
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(Fig. 5, b und c), in der dritten Ecke ein anodisch-lateraler des erstobern Blattes 
(Fig. 5, h ; vgl. Fig. 1). Der innere dagegen ist immer der Schenkel eines anodisch¬ 
lateralen Stranges, und zwar in einer Stengelecke vom 2. obern (n in Fig. 5 
und 1), in der zweiten vom 3. obern (d) und in der dritten vom 4. obern 
Blatt (i). 
Zwischen je zwei besondern Holzringen, also an jeder Stengelseite, befindet 
sich eine Gruppe von Gefässsträngen, welche nach der, durch die Blattstellung 
gegebenen Bedeutung der Stengelseite und nach der Entfernung des Querschnittes 
vom Knoten verschieden sich verhält. Dicht am Knoten ist die Seite, die dem 
nächsten Blatt entspricht, in ihrer ganzen Breite mit Strängen besetzt (Fig. 11, 
und Fig. 1 zwischen b und c); der mittlere davon zeichnet sich durch seine 
Grösse aus, es ist der mediane der eigenen Blattspur (a); rechts und links davon 
liegen die Axillarstränge (Fig. 11, p, q; Fig. 1, v, x); dann folgen einerseits der 
3. obere mediane (Fig. 11, r; vgl. Fig. 1), anderseits ein Schenkel des 2. obern 
anodisch-lateralen Blattstranges (Fig. 11, o; Fig. 1, o). Tiefer im Internodium 
findet man die Axillarstränge meist in zwei Stränge vereinigt (Fig. 5, p, q); noch 
tiefer haben sich mit denselben die beiden benachbarten Stränge (Fig. 5, o, r) 
vereinigt, so dass nun 3 Stränge in der Mitte der Stengelseite sich befinden. Die 
analogen 3 Stränge, nur etwas näher zusammengerückt, beobachtet man an der 
zweiten Stengelseite ; sie kommen vom erstobern Blatt (e, f, g in Fig. 5 und 11, 
vgl. Fig. 1). Die dritte Stengelseite zeigt gewöhnlich in ihrem obersten Th eile noch 
die nämlichen 3 Stränge, die vom 2. obern Blatte herstammen, getrennt (Fig. 5, 
k, 1, m); zuweilen sind dieselben schon dort, immerhin aber weiter abwärts in 
einen einzigen Strang vereinigt (Fig. 11, klm; vgl Fig. 1). 
Die besondern Holzringe sind vollkommen von dem allgemeinen Holzring 
geschieden, und lassen sich an ältern Zweigen auch mit Leichtigkeit von dem¬ 
selben ablösen. Sie hängen aber, entsprechend dem vorhin geschilderten Verlaufe 
der Spurstränge, je in dem 3. Knoten durch eine Anastomose mit ihm zusammen. 
Diese Anastomose ist der aus dem besondern in den allgemeinen Ring eintretende 
anodische Schenkel des anodisch-lateralen Spurstranges (o in Fig. I und 2). Man 
findet daher in jedem Knoten einen der besondern Holzringe mit dem allgemeinen 
verbunden, und zwar ist es in jedem Knoten ein anderer, nämlich derjenige, 
welcher dem kathodischen Rande des dort befindlichen Blattes entspricht. Fig. 8 
gibt eine schematische Darstellung dieses Verhaltens; a ist der allgemeine, b, c, d, 
die 3 besondern Holzringe; man sieht sowohl in der Längsansicht als an den 
Durchschnitten der 4 Knoten (I, II, III, IV), wie in jedem desselben ein beson¬ 
derer Holzring mit dem allgemeinen in Berührung tritt (nämlich b in I, c in II, 
d in III, b in IV). 
Von den beiden Gefässsträngen, welche die Grundlage eines besondern Holz¬ 
ringes darstellen, (b und n, c und d, h und i in Fig. 5), entsteht zuerst der 
äussere (b, c, h) ; er ist auch fortwährend der stärkere. Zwischen beiden be¬ 
merkt man oft zeitlebens starke Markstrahlen, welche auf dem Querschnitt des 
Stengels mit der Oberfläche desselben parallel laufen. 
Die Anastomose in dem Knoten zeigt, wenn wir sie von oben nach unten
        

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