Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, Viertes Heft
Person:
Nägeli, Carl Wilhelm Simon Schwendener
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28713/43/
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Zellen, welche zunächst neben den Gefassgruppen, namentlich auf der inneren 
Seite derselben sich befinden, theilen sich noch einige Zeit, wenn die Vermehr¬ 
ung der nämlichen und auch der äussern Kreiszone aufgehört hat, und bilden 
die kleinmaschigen Cambiformstränge. Die äussere Zone der Rindenscheide wird 
von dem Bastring gebildet, in welchem ebenfalls die Zellentheilung etwas länger 
andauert als in der innern Zone. 
3. Das Wachsthum ist nur in dem allerfrühsten Zustande auf den verschie¬ 
denen Radien des Querschnittes gleich. Bald überwiegt das Dickenwachsthum 
in einzelnen Richtungen, welche sich schon zu der Zeit, in welcher das Mark 
und die Proteririnde angelegt werden, zu vorspringenden Ecken ausbilden. 
Während die Markscheide und die Rindenscheide aus dem Cambiumring heraus¬ 
treten, beginnt eine sehr lebhafte tangentiale Zunahme in den zwischen den Ecken 
befindlichen Einkerbungen, welche dadurch zu den Stengelseiten sich ausdehnen. 
Wegen dieses localen überwiegenden tangentialen Wachslhums werden die radialen 
Reihen des Holzes an den Stengelseiten später sichtbar als an den Kanten. 
4. Bei den Sapindaceen mit abnormalem Bau ist auf dem Radius, wo sich 
später ein besonderer Holzring ausserhalb des allgemeinen befindet, nach Anlegung 
des Markes und der Protenrinde der Cambiumring verdickt. Von demselben 
trennt sich durch Zwischenlagerung von Dauergewebe zuerst eine äussere Lamelle 
ab; nachher zerfällt auch seine innere Partie auf gleiche Art in zwei Lamellen. 
Von diesen drei Cainbiumlamellen, von denen die beiden äussern den besondern 
Ring darstellen, zeigt zuerst die äussere, dann die mittlere, zuletzt die innere 
eine Zeitlang die lebhafteste Zelltheilung. 
5. Die besondern Cambiumringe bilden, wie der allgemeine, an dem ganzen, 
mit Rücksicht auf ihr eigenes Centrum äussern Umfange zuerst Rindenscheide, 
dann innere Epenrinde, an ihrem innern Umfange Epenmark (oder Markscheide), 
dann Holz. Der Bast wird zu der Zeit angelegt, wo sich die Cainbiumlamellen 
noch nicht getrennt haben, und bildet daher einen einfachen Ring, der die beson¬ 
dern und den allgemeinen Holzring einschliesst. Markscheide oder Epenmark und 
Rindenscheide bestehen sowohl im allgemeinen als in den besondern Ringen von 
Anfang an aus ungeordnetem Gewebe, da sie durch das Wachsthum des Markes 
eine beträchtliche Ausdehnung erfahren. Das Holz, dem die Ausdehnung man¬ 
gelt, ist überall radial-gereiht, und in der innern Epenrinde, welche bei den be¬ 
sondern und dem allgemeinen Ring die nämliche geringe Ausdehnung erleidet, 
sind die Reihen anfänglich immer angedeutet. 
4. Längsverlauf der Gefässstränge und der Molzringe im Allgemeinen. 
Die Blätter sind in der Regel schraubenständig. In der Terminalknospe zeig¬ 
ten die Blattanlagen der untersuchten Arten eine Divergenz von 135 bis 137°. 
Von hier an bis dahin, wo die Stengelkanten ausgebildet sind, ändert sich die 
Divergenz in der Regel. In mehreren Fällen ist es eine Verminderung auf 130 
und selbst auf 120°. In andern Fällen kann es auch eine Vergrösserung bis auf
        

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