Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, Erstes Heft
Person:
Nägeli, Carl Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28708/79/
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scheinen dieselben etwas weiter zu sein, weshalb der kathodisch-seitliche Strang 
nicht genau auf die Medianlinie des 3. untern Blattes trifft und daselbst sich auch 
nicht gabelig spaltet. 
Prunus avium Lin. (IV, 5, 6J. 
Laubsprosse. Die Divergenz der Blattspirale beträgt in der Terminalknospe 
durchschnittlich 1382/3°, also fast genau s/13 des Umfanges; am ausgebildeten 
Zweig scheint sie % zu sein. Die 3 Stränge einer Blattspur gehen durch 6 bis 7 
Internodien, ohne sich an untere anzusetzen. Der Verlauf ist ungleich. Im einen 
Fall (Fig. 6) tritt der Medianstrang nebst dem kathodisch-seitlichen zwischen den 
Medianstrang und den anodisch-seitlichen der drittuntern Blattspur ein, und beide 
bleiben zwischen diesen 2 Strängen im 4. und den folgenden Internodien. Der 
anodisch-seitliche dagegen verschränkt sich mit dem kathodisch-seitlichen der 
zweitun tern Blattspur, und liegt im 3. und den folgenden Internodien zwischen 
demselben und dem zugehörigen Medianstrang. — Im 2. Falle verschränken 
sich die beiden Lateralstränge auf gleiche Weise wie eben angegeben wurde, 
nämlich der kathodische mit der 3., der anodische mit der 2. Blattspur. Der 
Medianstrang dagegen geht zwischen diesen beiden Spuren nach unten, und tritt 
erst im 5. untern Knoten zwischen dessen medianen und anodisch - lateralen 
Strang ein. 
An Zweigen, welche den erstgenannten Verlauf der Stränge zeigten, hatten 
die Blattspuren im 1. und 2. Internodium eine mittlere Weite von 112°. Die 
Divergenz der Medianstränge betrug im Durchschnitt 133°, was mit Rücksicht 
auf den Abstand der Blätter in der Terminalknospe auf einen mit der Blattspirale 
homodromen, schiefen Verlauf hindeutet. — Man unterscheidet die Blattspur¬ 
stränge in den Zweigspitzen, bis ihre Zahl auf 17 oder 20 gestiegen ist. Dann 
vereinigen sie sich zu einem Fibrovasalring. — Von den 3 Strängen einer Spur 
entsteht zuerst der mittlere (Fig. 6, q). An die beiden seitlichen setzt sich da, 
wo sie in den Blattstiel ausbiegen, je ein Strang für die Nebenblätter an. 
Eryihrina cristagalli Lin. 
Laubtriebe. In der Terminalknospe steht das 8. Blatt nicht genau senkrecht 
über dem Ausgangsblatt; die Divergenz könnte wohl 5/i3 sein. Die Blattspuren 
scheinen die nämlichen zwei Modificationen in der Anordnung zu zeigen wie 
Prunus. Die Zahl der Stränge steigt bis über 30, ehe die Vereinigung zu einem 
Holzring erfolgt. 
Lupinus Lehmanni Hort, und L. luteus Lin. fV, 1 — 4J. 
An den Keimpflänzchen alternirt mit den beiden Cotyledonen ein Paar von 
opponirten Primordialblättern oder ersten Laubblättern. Mit diesen abwechselnd, 
und somit den Samenlappen gegenüber, steht das zweite Paar von Laubblättern,
        

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