Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, Erstes Heft
Person:
Nägeli, Carl Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28708/72/
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Zwischen den Blattspuren treten später schiefe Verbindungsstränge ohne 
regelmässige Anordnung auf. Ich finde die ersten Andeutungen derselben in dem 
14. bis 18. gefässführenden Internodium unter dem Scheitel (Fig. 2 und 3, a, a). 
Der in das Blatt ausgehende Strang giebt im Grunde desselben sogleich rechts 
und links einen schwachen Seitenast ab. — Die beiden Stränge, welche aus der 
Axillarknospe, deren erste Blätter rechts und links liegen, in den Tragspross ein- 
treten, legen sich sogleich an die nächsten Stränge an. 
Arabis albida gehört nach der Beschreibung und Zeichnung Hanstein’s 
(Jahrbücher für wiss. Bot. I, 235) jedenfalls hieher; es lässt sich daraus aber 
nicht entnehmen, wie weit sie mit Iberis übereinstimme oder nicht. 
Jasminum fruticans Lin. 
Laubzweige. Die Internodien des ausgebildeten Zweiges sind 5 kantig. 
Nach dem Verlaufe der Kanten, von denen je 2 von einer Blattbasis nach unten 
steigen, zu urtheilen, ist die Blattstellung %. Die Blattstränge gehen aber durch 
mehr als 5, selbst mehr als 8 und 13 Stengelinternodien, ehe sie sich an eine tie¬ 
fere Spur anlegen. Wenn man, von oben anfangend, Querschnitte durch das 
Sprossende macht, so nimmt die Zahl der Stränge bis auf 10,12 und 15 zu, an 
deren ungleicher Grösse man mehr oder weniger deutlich die spiralige Folge er¬ 
kennt. Weiter abwärts wird die Unterscheidung der Blattspuren unsicher; es 
bildet sich nach und nach ein ununterbrochener Fibrovasalring. Von der Vereini¬ 
gung der Stränge weiss ich nur so viel, dass sie nach einem ungleich langen Ver¬ 
laufe erfolgt. — Wenn die Stengelkanten als senkrecht und die Blattstellung zu 
2/s angenommen wird, so ist die schiefe Richtung der Blattspuren mit der Blatt¬ 
spirale homodrom, indem eineSpur bei der 5. untern anlangend nach der Absteig¬ 
seite derselben ausbiegt. 
Sarothamnus scoparius Koch (II, 6 — 8J. 
Die ausgebildeten Laubzweige sind 5kantig; der Verlauf der Kanten und 
die Blattstellung verhalten sich wie bei Jasminum fruticans. Auch in der Termi¬ 
nalknospe ist die Divergenz ziemlich genau % (Fig. 6). Die Zahl der Blattspuren 
beträgt 14 bis 20, mit ziemlich deutlicher spiraliger Anordnung (Fig. 7, 8). Dann 
fangen einzelne an, seitlich unter einander zu verschmelzen, bis sie sich vollstän¬ 
dig zu einem Fibrovasalring schliessen. Der Verlauf und die Vereinigung der 
Stränge stimmt mit Jasminum überein. 
2. Blätter schraubenständig. Blattspur mehrsträngig, höchstens 
mit der 5. verschränktläufig. 
Mehrere (3 oder 5) Stränge gehen von einem Blatte durch den Stengel, und 
vereinigen sich früher oder später mit einander. Sie sind mit der 5. oder einer 
noch fernem Blattspur verschränktläufig.
        

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