Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, Erstes Heft
Person:
Nägeli, Carl Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28708/65/
57 
sich vor den äussern und nach den innern stammeigenen Gefässen bildete, daher 
auch die extremen Formen dieser letztem nicht erreicht. Die Blattspuren stehen 
im obersten Theil des Internodiums etwas von dem Fibrovasalcylinder ab ; sie 
nähern sich abwärts immer mehr, und sind im untern Theil mit demselben ver¬ 
schmolzen. Der Querschnitt des Fibrovasalcylinders zeigt im Innern wenige 
zerstreute, nach aussen reichlichere, in einen Bing zusammen gedrängte Gefässe, 
und dazwischen dünnwandige Prosenchymzellen (Fig. 5). 
In jedes der quirlständigen Blätter geht ein einziger Strang aus. Alle Spuren 
eines Quirls verlaufen häufig getrennt von einander an der Oberfläche des centra¬ 
len Cylinders. Nicht selten aber, wenn die Quirle vielzählig sind, wie das bei 
Hippuris der Fall ist, vereinigen sich die Stränge zweier, selbst dreier Blätter zu 
einem einzigen, so dass z. B. ein 12 zähliger Quirl nur 7 oder 8 Spuren im Stengel 
hat (lig. 5). Diese Vereinigungen geschehen ohne Begel, und geben ein neues 
Beispiel für den Satz, dass Blattstellung und Stammstränge sich nicht immer ent¬ 
sprechen. 
Callitriche vernalis Kütz. 
Callitriche stimmt in dieser ausnahmsweisen Art des Wachsthums mit 
Myriophyllum und Hippuris überein, und es möchte diess ein entscheidender 
Grund für die Ansicht sein, dass sie nach ihrer natürlichen Verwandtschaft neben 
die Halorageae gehört. Im Centrum des Stengels befindet sich ebenfalls ein 
Iibrovasalcylinder, welcher aus dünnwandigen Prosenchymzellen und aus weni' 
gen Gefässen besteht, und dessen Spitze deutlich als selbständiger Theil über die 
Ansatzstellen der Blattstränge sich erhebt. Jedes der opponirten Blätter erhält 
einen Strang, der sich bloss anzulegen und nicht als besondere Blattsp ur nach 
unten fortzusetzen scheint. Dagegen haben die Gefässe des Stengels eine der 
Blattstellung entsprechende, in den successiven Internodien kreuzweise wech¬ 
selnde Anordnung. 
Equisetum arvense Lin. 
Das Fibrovasalsystem von Equisetum hat rücksichtlich seiner Anordnung 
vollkommene Aehnlichkeit mit demjenigen mancher Phanerogamen ; indessen 
stimmt es doch mit keinem derselben ganz überein. Die in einen Kreis gestellten 
Stränge des Stengels scheiden Mark und Kinde, und gehen alle in die quirlstän¬ 
digen Blätter aus. Die Blattspuren sind 1 strängig und setzen sich am Grunde des 
Internodiums an die ausbiegenden Stränge des untern Knotens an. Da die suc¬ 
cessiven Blattquirle bei gleicher Zahl ihrer Elemente mit einander alterniren, so 
trifft in der Kegel eine Blattspur zwischen 2 untere Blattstränge, und theilt sich 
in 2 Schenkel, um sich an beide anzulegen, wodurch in jedem Knoten ein Netz 
von zickzackförmigen Anastomosen gebildet wird. — Aus den Quirlzweigen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.