Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, Erstes Heft
Person:
Nägeli, Carl Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28708/118/
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in den 4 kantigen Stengelinternodien tritt die Vereinigung der 4 Paare zu 4 Strän¬ 
gen frühe ein, wiewohl im Ganzen etwas später als in den 5 - und 6 kantigen. 
Ich bemerke blos noch, dass die Verschmelzungen auf dem nämlichen 
Querschnitt nicht vollkommen gleichzeitig sind, und dass in ihrer Reihenfolge 
deutlich eine Beziehung zur Spiralstellung und zu den davon herrührenden un¬ 
gleichen Abständen beobachtet wird, — sowie ferner, dass dieser Einfluss der 
Spiralstellung auf die Anordnung und die Vereinigung der Spurstränge nament¬ 
lich auch dort sichtbar wird, wo die eine Quirlstellung in die andere übergeht, 
z. B. die opponirte in die gedreite. — In dem ausgebildeten Stengelglied sind 
die Fibrovasalstränge immer noch getrennt, indem je einer innerhalb einer Kante 
liegt. 
Aus dem axillären Blüthenstiel, dessen Basis mit dem Tragblatt verwachsen 
ist, treten 2 Stränge in den Stengel ein, welche sich sogleich an die beiden aus 
einander weichenden Spurstränge des Tragblattes anlegen. 
19. Blätter gegenständig. Spuren 3 strängig ; die Lateralstränge 
mit denen des nächsten Paares verschränkt. 
Ich vereinige hier mehrere Typen, die in den angegebenen allgemeinen 
Merkmalen übereinstimmen, sich aber namentlich durch den ungleich langen Ver¬ 
lauf der Spuren unterscheiden. Die Median stränge setzen sich bald im erstuntern, 
bald im zweituntern Knoten, bald noch tiefer an. Die Lateralstränge gehen eben¬ 
falls durch 1, 2 oder mehrere Stengelglieder. 
Clematis Viticella Lin. und C. Vitalba Lin. (XIV, 1 — 5J. 
Laubtriebe. Die Blätter sind auch in der Terminalknospe diametral-opponirt 
und die Blattpaare rechtwinklig-alternirend. Die 6 Kanten der Internodien, von 
denen 2 gegenüber liegende etwas stärker vortreten und den Blattmedianen ent¬ 
sprechen, wechseln regelmässig ab. — Die 3 strängige Blattspur (Fig. 1 — 5, abc, 
def, ghi, klm, nop, qrs, tuv, xyz) hat ungefähr eine Weite von 115°. 
Der Medianstrang geht durch ein Stengelglied, theilt sich im nächsten 
Knoten in zwei Schenkel, und setzt sich an die Lateralstränge des dortigen Blatt¬ 
paares an (Fig. 1, g,k,n,q; Fig. 2, g,k,n, q,t,x; Fig. 3, g,k,n,q). Anfäng¬ 
lich ist immer nur ein Schenkel vorhanden, und die beiden Medianstränge des 
nämlichen Paares biegen (nach 2 Beobachtungen) symmetrisch-convergirend aus 
(Fig. 1, n, t; 2, a, ß). Die Bildung des zweiten Schenkels tritt bei C. Viticella 
zuweilen erst ziemlich später ein, oder kann auch selbst ganz ausbleiben. 
Die beiden Lateralstränge eines Blattes verlaufen ebenfalls durch ein Inter¬ 
nodium, biegen am nächsten Knoten convergirend aus, und legen sich an die näm¬ 
lichen Lateralstränge des letztem an, mit denen sich die Schenkel des Median¬ 
strangs vereinigen (Fig. 1, h, i, 1, m, o,p, r, s; 2, h, i, 1, m, o, p, r, s, u, v, y, z). —
        

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