Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Akademische Ansprache. Antwort auf die in der Leibniz-Sitzung der Akademie der Wissenschaften am 2. Juli 1885 gehaltene Antrittsrede des Hrn. Franz Eilhard Schulze
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28683/4/
An Hrn. Klein. 
621 
Aufgang Johannes Müller nicht erlebte, mit welchem 
sich zu befassen Peters sich scheute, hier und da im 
einzelnen auszuführen; und so die Abstammungslehre, 
zu der Sie soeben emphatisch sich bekannten, mehr 
und mehr zum Rang einer wohlbegründeten Theorie zu 
erheben. 
So wird Ihr Eintritt in die Akademie einen Abschnitt 
im wissenschaftlichen Leben einer ihrer wichtigsten Ab¬ 
zweigungen bezeichnen, indem ihr zugleich durch Sie 
der Ruhm erhalten wird, der ihr seit Pallas’ und Illiger’s 
Tagen nie ausging, eine Heimstätte strenger zoologischer 
Forschung zu sein.__ 
XIV. 
Antwort auf die in der Leibniz-Sitzung der Akademie 
der Wissenschaften am 30. Juni 1887 gehaltene Antrittsrede 
des Hrn. Klein. 
(Sitzungsberichte usw. 1887. S. 652—654.) 
Die älteren Geologen, Hr. Klein, glichen vielfach 
jenen Physiologen, welche Haller äsopische, in der 
Luft bauende Architekten nennt, weil sie die tierische 
Maschine verstehen wollten, ohne deren Räderwerk zu 
kennen. So wollten jene Geologen die Geschichte des 
Erdkörpers schreiben, ehe sie seinen Bau erforscht hatten. 
Geraume Zeit schon war dies jugendlich übereilte Be¬ 
ginnen dem männlich überlegten Streben nach einer 
Anatomie der Erdrinde gewichen, und die Mineralogie 
beschrieb die Bestandteile dieser Rinde, welche die da¬ 
malige Scheidekunst gröblich zerlegte, an deren wunder¬ 
bar regelmäßigen, glänzenden Gebilden das Auge sich 
ergötzte. Da ließ der Abbé Haüy, bis dahin ein unbe¬ 
deutender Lehrer an einer Pariser geistlichen Erziehungs¬ 
anstalt, indem er bei seinem Freunde Defrance Mine¬ 
ralien besichtigte, durch glückliches Ungeschick einen 
schönen prismatischen Kalkspat fallen. Im Zerspringen 
offenbarten sich die Rhomboederflächen der Kerngestalt, 
und von Stund an, kann man sagen, gab es eine wissen¬ 
schaftliche Kristallographie. 
Über hundert Jahre sind seitdem verflossen, und 
übermüdetes Forschen hat es dahin gebracht, die tausend-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.