Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Akademische Ansprache. Antwort auf die in der Leibniz-Sitzung der Akademie der Wissenschaften am 1. Juli 1875 gehaltene Antrittsrede des Hrn. Martin Websky
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28666/1/
An Hrn. Websky. 
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Zuversicht aus, daß, wenn sie spät Sie in ihren Kreis 
lud, es n’e zu spät gewesen sein kann, um nicht noch 
au ferneren, gleich dankenswerten Ernten Ihres Fleißes 
teilzunehmen. ____ 
V. 
Antwort auf die in der Leibniz-Sitzung der Akademie 
der Wissenschaften am 1. Juli 1875 gehaltene Antrittsrede 
des Hrn. Martin Websky. 
(Monatsberichte usw. 1875. S. 445—448.) 
Es ist nicht das erstemal, Hr. Websky, daß unsere 
Akademie aus der Bergmannskutte ihre, besten Ver¬ 
stärkungen erhält. Das geheimnisvolle Licht, welches 
die bergmännische Sage der Vorzeit aus den Spalten 
und Klüften des Gesteins schimmern sah, ward in un¬ 
seren Tagen in anderem Sinne zur Wahrheit. Der Nacht 
der Schächte und Stollen besonders des Erzgebirges 
entstiegen mehrere der glänzendsten Gestirne am Fir¬ 
mamente deutscher Wissenschaft. Alexander’s von 
Humboldt Bergmannslampe ward zur welterhellenden 
Leuchte, welche den Ruhm dieser Akademie fast mehr 
als sonst Etwas ausbreitete und erhöhte. In jenem 
kleinen, aber von deutschem Fleiße gründlich durch¬ 
arbeiteten Revier erwarb er sich, wie er gern erwähnte, 
den geübten Scharfblick, der später den Bau der süd¬ 
amerikanischen Bergriesen durchdrang. 
Wenn aus dem Bergfache weiterforschende Kenner 
der unorganischen Erdrinde hervorgehen, so wiederholt 
sich nur im einzelnen die geschichtliche Entwicklung 
der Wissenschaft im ganzen. Unsere heutige Mineralogie 
im weitesten Sinne ist eine Tochter des Bergbaues, wir 
dürfen hinzufügen, des deutschen Bergbaues. Rauhe 
germanische Urlaute, mit denen sächsische Bergleute 
heimatliche Vorkommnisse bezeichneten, bürgerten sich 
* der wissenschaftlichen Sprache sogar lateinischer 
Völker ein, und in der Reihe der Metalle reichen deutsche 
Berggeister klassischen Gottheiten die Hand. 
Vor dem philosophischen, das materielle All zer- 
güedernden Blicke freilich scheint eine Wissenschaft der
        

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