Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Humboldt-Denkmäler vor der Berliner Universität. In der Aula der Berliner Universität am 3. August 1883 gehaltene Rektoratsrede
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28653/2/
Die Humboldt-Denkmäler vor der Berliner Universität. 
I. 
Als 1869, nur zehn Jahre nach Alexander’s von 
Humboldt Tode, ein Jahrhundert seit seiner Geburt ver¬ 
flossen war, faßte Hr. Virchow den Plan, das Andenken 
des außerordentlichen Mannes durch ein in Berlin, seiner 
Heimat und der Stätte seiner Wirksamkeit während der 
letzten dreißig Jahre seines Lebens, zu errichtendes öffent¬ 
liches Denkmal zu ehren. Eine Bittschrift, welche er in 
Verbindung mit mehreren Gelehrten deshalb an das da¬ 
mals hier tagende Zollparlament richtete, blieb erfolglos. 
Um so günstiger wirkte ein Aufruf an das deutsche Volk, 
den bald darauf ein durch Hrn. Virchow vereinigtes 
Komitee von Notabein erließ. Während hier in Berlin 
Ihre Majestät die Königin Augusta, Ihre Königlichen 
Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin mit 
reichen Gaben voraufgingen, liefen von den entlegensten 
Punkten der Erde Spenden dort wohnender Deutschen 
ein, und auch Nichtdeutsche, besonders Franzosen, Eng¬ 
länder, Holländer, beteiligten sich in solchem Maße, daß 
aus einer nationalen Sammlung ganz von selbst eine 
internationale ward. Nach kaum einem Jahre waren 
ausreichende Mittel beisammen, allein der Krieg mit 
Frankreich brachte unser Unternehmen ins Stocken. Als 
wieder davon die Rede sein konnte, war natürlich die 
nächste Sorge, einen geeigneten Platz für das Denkmal 
zu finden. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen, 
wie die Geschichte der in Berlin durch Privatmittel er¬ 
richteten Standbilder sie aufzuweisen pflegt, wandte sich 
der geschäftsführende Ausschuß des Komitees an Rektor 
und Senat der Universität mit der Bitte, dem Denkmal 
Alexander’s von Humboldt auf ihrem Grund und Boden 
einen Platz zu gönnen, wobei der Ausschuß ursprünglich 
nur an die Gartenanlagen hinter dem Universitätsgebäude, 
das sogenannte Kastanienwäldchen, dachte. Der Aus¬ 
schuß verkannte nicht, daß Humboldt mit der Universität 
in keiner unmittelbaren Verbindung stand, und daß von 
den vier Fakultäten zwei kaum Grund hatten, sich be¬ 
sonders für sein Denkmal zu interessieren. Abgesehen 
von Humboldt’s allgemeiner Bedeutung konnte er seine 
Bitte nur damit begründen, daß einst in den Räumen
        

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