Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich II. in englischen Urteilen. In der Friedrichs-Sitzung der Akademie der Wissenschaften am 25. Januar 1883 gehaltene Rede
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28651/29/
Friedrich II. in englischen Urteilen. 
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schießung von Dresden ein den Verhältnissen ganz ange¬ 
messener Versuch war die Stadt zu erobern, und kein Räche¬ 
st. Man könnte freilich sagen, daß mit dem Augenblick, 
w0 Daun auf dem rechten Elbe-Ufer eintraf und dieses vom 
Prinzen von Holstein geräumt werden mußte, die Möglichkeit, 
presden zu gewinnen, überhaupt schwand, und daß daher 
die Beschießung am 19., 20. und 21. Juli keinen Zweck mehr 
hatte. Nach unseren heutigen Vorstellungen von Kriegführung 
erscheint es allerdings völlig .undenkbar, daß eine befestigte 
nur auf einer Seite eingeschlossene Stadt von 14000 Mann 
Besatzung angesichts eines Entsatzheeres genommen werden 
sollte. Berücksichtigt man aber die Kriegführung jener Zeit 
und insbesondere diejenige der Gegner des Königs, so wird 
man es begreiflich finden, wenn der letztere die Hoffnung, 
Dresden zu nehmen, bei der Annäherung Daun’s nicht sofort 
aufgab. Die Reichsarmee und Lascy waren ohne jeden 
Zwang sofort ausgewichen, als Friedrich vor Dresden er¬ 
schien und hatten die Stadt ruhig ihrem Schicksal überlassen; 
Daun war dem König als zaghaft und langsam hinlänglich be¬ 
kannt, und es erschien bei ihm das sonst Unmögliche möglich. 
Es kommt hinzu, daß der König, wie schon angedeutet, vielleicht 
gerade durch die Fortsetzung der Beschießung Daun zum 
Übergang über die Elbe veranlassen wollte, um zur Schlacht 
zu kommen.“ 
37 (S. 233). G. W. Rabener’s Briefe, von ihm selbst 
gesammlet und nach seinem Tode . . . herausgegeben von 
C. F. Weisse. Leipzig 1772. S. 286 ff. 
38 (S. 234). L. c. vol. I. p. 389. 
39 (S. 234). Geschichte der Deutschen Literatur. Berlin 
1882. S. 417 fr., 517 fr. —• Vgl. die seitdem erschienene 
Sammlung des auf diesen Punkt Bezüglichen von Dr. Gott- 
lieb Krause: Friedrich der Grosse und die deutsche 
Poesie. Halle a. S. 1884. 
40 (S. 234). History of Civilisation in England, vol. II. 
London 1861. p. 117. 
41 (S. 235). Rheinsberg, Memorials of Frederick the 
Great and Prince Henry of Prussia. In two volumes. 
London 1880. — Übersetzt von Rud. Dielitz. 1883. 
42 (S. 235). Epochs of Modern History. — Frederick 
the Great and the Seven Years War. London 1881. ■— 
Lady Lamb’s Buch: Warrior Kings from Charlemagne to 
Frederick the Great (London, Routledge 1883) konnte ich 
Roch nicht zu Gesicht bekommen. 
43 (S. 235). Nach neueren Vorgängen bedauere ich die 
1111 Text ausgesprochene Hoffnung mindestens einschränken 
E. Du Bois-Revmond, Reden. II. l6
        

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