Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der deutsche Krieg. In der Aula der Berliner Universität am 3. August 1870 gehaltene Rektoratsrede
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28633/28/
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Der deutsche Krieg. 
Kultur und des Menschentums, Völker- und zeitenumfassen¬ 
den Blicks, die Welt betrachten. Je fremder mir selber 
heute dieser Ton stellenweise klingt, um so gerechtfertigter 
erschien es, die aus dem Buchhandel verschwundene ‘Kriegs¬ 
rede’ hier neu abzudrucken, zur Erinnerung an Tage, wie 
sie hoffentlich nicht wiederkehren werden. 
Die Kriegsrede erschien zuerst als von der Berliner 
Universität herausgegebene Gelegenheitsschrift (40), dann im 
Verlage von August Hirschwald in drei rasch einander folgen¬ 
den unveränderten Abdrücken. 
2 (S. 399). The Invasion of the Crimea etc. Second 
Edition, vol. I. Edinburgh and London, p. 214. 302. 
3 (S. 400). Ibidem, p. 269. 
4 (S. 4011. Als ich am Morgen nach dem Bekannt¬ 
werden der Kriegserklärung den Hörsaal betrat, fand ich 
meine Zuhörer gruppenweise umherstehend in erregtem Ge¬ 
spräch, und anscheinend wenig aufgelegt, einem physiologi¬ 
schen Vortrage zu folgen. „Vergessen Sie, meine Herren,“ 
sagte ich, „daß ich einen französischen Namen habe, und 
lassen Sie uns an die Arbeit gehen.“ Beim Weitererzählen 
wurden diese Worte so verdreht, als hätte ich gesagt, ich 
schäme mich meines französischen Namens. Die französische 
Presse, welche sich über meine wahren Worte nicht hätte 
wundern dürfen, da es in jenen Tagen lebensgefährlich war, 
in den Pariser Straßen als Deutscher erkannt zu werden, be¬ 
mächtigte sich der entstellten Version, verbreitete sie weit¬ 
hin und pflanzte sie jahrelang fort. Meine Bemühungen, der 
so entstandenen Sage gegenüber die geschichtliche Wahrheit 
herzustellen, hatten natürlich nur in engen Kreisen Erfolg, 
und trotz der gelegentlich von mir abgegebenen feierlichen 
Versicherung (Revue scientifique de la France et de tÉtranger, 
5 Février 1881, p. 188, 189), gelte ich, der treueste Freund, 
den Frankreich im Auslande haben kann, zu meinem Schmerze 
noch immer vielen Franzosen für eine Art von Nationalfeind. 
Einige junge Leute, insbesondere Hr. R. Blanchard, ge¬ 
fallen sich darin, die Verleumdungen gegen mich aufrecht zu 
erhalten. Sie suchen wohl durch solche Betätigung ihres 
Patriotismus sich ein Ansehen zu verschaffen, welches ihnen 
auf Grund ihrer wissenschaftlichen Leistungen versagt bliebe. 
5 (S. 411). Im, Artikel über den Grafen Roederer, 
Causeries etc. 2me Ed. t. VIII. Paris 1855. p. 309.
        

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