Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über lebend nach Berlin gelangte Zitterwelse aus Westafrika. In der Friedrichs-Sitzung der Adademie der Wissenschaften am 28. Januar 1858 gehaltener Vortrag
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28627/16/
Über lebende Zitterwelse aus Westafrika in Berlin. j \ g 
Die beiden kleineren waren gelbgrau, der größere tiefreh¬ 
braun gefärbt. Da dieser Fisch der kräftigste schien und 
auch am längsten lebte, ist zu vermuten, daß seine Farbe 
die richtige war. Der Rücken ist mit ungleich großen 
schwarzen Flecken unregelmäßig gesprenkelt, wie mit 
Tinte bespritzt. Bei Licht sah man einen rötlichen 
Schimmer in der Dicke des Organs. Auch die Farbe 
desselben Fisches wechselte. Im Dunkeln gehalten 
wurden die Fische binnen kurzem beinahe schwarz, 
und unter dem Einflüsse des Lichtes wieder hell. Wenn 
mit dem großen Fisch in der letzten Zeit eine längere 
Versuchsreihe angestellt wurde, sah er zuletzt ganz blaß 
aus, erschien aber nach wenigen Tagen abermals hervor¬ 
geholt wieder tiefbraun gefärbt. 
Obschon für gewöhnlich sehr ruhig, sind die Zitter¬ 
welse doch mutig und kampflustig. Fische und Frösche, 
die zu ihnen ins Wasser getan werden, fallen sie sofort 
mit elektrischen Schlägen an. Gewöhnlich erwidern sie 
jede Berührung mit einem Schlage, doch kommt es auch 
vor, daß sie sich der Hand mit einer heftigen Bewegung 
entziehen, ohne zu schlagen. Wenn die Fische in den 
Wannen frisches Wasser erhielten, schwammen sie ge¬ 
wöhnlich munter im Strudel umher, und entluden dabei, 
wie der Froschwecker lehrte, wiederholt ihre Batterien, 
ob zur Gegenwehr gegen eine vermeintliche Gefahr oder 
als Ausdruck des Behagens, möchte schwer zu sagen 
sein. Der große Fisch hatte offenbar einen Haß auf 
die Elektroden des Froschweckers geworfen, und fiel sie 
öfter mit Bissen an, die er mit mehreren rasch auf¬ 
einanderfolgenden Schlägen begleitete. Der Anblick der 
roten Farbe, beispielsweise eine Siegellackstange, schien 
die Welse nicht nach Art der Frösche und einiger an¬ 
deren Tiere aufzuregen. 
Die nähere Untersuchung der elektrischen Wirkungen 
der Zitterfische hebt natürlich mit derjenigen an, die 
sich zunächst darbietet, der physiologischen Wirkung 
nämlich oder des Schlages im engeren Sinne. 
Im Vergleich zu ihrer Größe ist der Schlag der 
Zitterwelse ein überraschend heftiger. Als ich mit beiden 
Wohldurchfeuchteten Händen den im Wasser befindlichen 
Fisch an Kopf und Schwanz ergriff, erhielt ich einen
        

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