Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über lebend nach Berlin gelangte Zitterwelse aus Westafrika. In der Friedrichs-Sitzung der Adademie der Wissenschaften am 28. Januar 1858 gehaltener Vortrag
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28627/13/
11(5 Über lebende Zitterwelse aus Westafrika in Berlin. 
Der Froschwecker ist unentbehrlich, um die elektri¬ 
sche Tätigkeit des Fisches außerhalb der Versuche zu 
überwachen, wo sie sich in der ihn umgebenden Wasser¬ 
masse durch nichts verrät, wenn nicht zufällig etwas 
Lebendes, ein Fisch oder Frosch, sich in hinreichender 
Nähe befindet. Er ist aber auch unschätzbar bei den 
Versuchen selber, indem er die Zahl der Schläge, und 
das Zeitmaß ihrer Aufeinanderfolge, sogar dann kennen 
lehrt, wenn die eigentliche Wirkung, auf die es beim 
Versuch abgesehen war, ausbleibt. Mit seiner Hilfe bleibt 
man nie in Zweifel, ob dies Ausbleiben von mangelnder 
Tätigkeit des Fisches oder von sonst welchem Umstande, 
etwa davon herrührte, daß man dem Schlage etwas Un¬ 
mögliches zugemutet hat. 
Noch in anderer Art ist das Nervmuskelpräparat 
hier zu wichtigen Diensten berufen. Die meisten Ver¬ 
suche am lebenden Zitterwelse laufen darauf hinaus, daß 
dem im Wasser befindlichen Fisch ein Paar metallischer 
Sättel aufgesetzt wird, durch welche der Schlag des 
durch das Aufsetzen gereizten Fisches in einen Kreis 
abgeleitet wird, in welchem man ihn verschiedene Wir¬ 
kungen hervorbringen läßt. Dieser Kreis heiße der Ver¬ 
suchskreis. Vermöge der ausnehmenden Geschwindig¬ 
keit der Muskelzusammenziehung, deren zeitlicher Verlauf 
uns durch Hrn. Helmholtz im wesentlichen wohlbekannt 
ist, kann man sich nun des Nervmuskelpräparates be¬ 
dienen, um in einem gewissen Zeitpunkte nach dem 
Beginn des Schlages diesem den Weg in den Versuchs¬ 
kreis entweder durch Öffnen einer Nebenschließung zu 
bahnen oder durch Öffnen jenes Kreises zu versperren. 
Natürlich setzt dies voraus, daß die Dauer des Schlages, 
von der man bisher noch gar nichts wußte, im allge¬ 
meinen die Zeit übertreffe, welche zwischen Beginn der 
Reizung des Nerven und Beginn der Zusammenziehung 
verfließt. Daß dies sich so verhalte, wird durch die 
Ausführbarkeit des obigen Versuchsplanes bewiesen, und 
so zugleich der erste Anhalt für Beurteilung des zeit¬ 
lichen Verlaufes des Schlages gewonnen. Welcher Ge¬ 
brauch sich aber von diesem Verfahren machen lasse, 
zeigt folgendes Beispiel. 
Der Froschwecker lehrt, daß der gereizte Zitterwels,
        

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