Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Eduard Hallmann's Leben. Aus dem zweiten Bande seines Werkes über 'Die Temperaturverhältnisse der Quellen' (Berlin, Verlag von Georg Reimer, 1855) abgedruckt
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28626/9/
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Eduard Hallmann’s Leben. 
Im Sommer 1840 ging Hallmann nach Paris, wo 
er die Krankenhäuser besuchte und sich im Französischen 
übte, kehrte dann nach Belgien zurück, bestand in 
Brüssel die nötigen Prüfungen und begann zu prakti¬ 
zieren. Natürlich hatte er dabei mit den Schwierigkeiten 
zu kämpfen, auf welche das erste Auftreten eines Arztes 
überall stößt, und außerdem noch mit denen, die aus 
seiner besonderen Stellung als Nichtkatholik und als 
Ausländer, und vielleicht auch aus seiner Unfähigkeit 
hervorgingen, sich mancher kleinen Notwendigkeit zu 
beugen, die das ärztliche Leben mit sich bringt. Mit 
Wärme gedenken seine damaligen Briefe der freundlichen 
Aufnahme, die der preußische Gesandte, Hr. Heinrich 
von Arnim, und der Herzog von Arenberg, denen er 
durch Alexander von Humboldt empfohlen war, ihm zu¬ 
teil werden ließen. 
Aus dieser Zeit stammen Hallmann’s geschichtliche 
Arbeiten. Es bedarf der Erklärung, wie er dazu kam, 
durch solche Studien die Muße auszufüllen, die ihm die 
langsame Entwickelung seiner ärztlichen Praxis ließ. 
Hallmann’s Vaterstadt, Hannover, war lange der Sitz der 
später nach Berlin übersiedelten Redaktion des großen 
vom Freiherrn vom Stein gestifteten deutschen Geschichts¬ 
werkes, der Monumenta Germaniae historica, und Hall¬ 
mann stand zum Redakteur, Hrn. Pertz, und mehreren 
Mitarbeitern in persönlicher Beziehung. Einer der tüch¬ 
tigsten unter diesen, Hr. Bethmann, Hallmann’s Jugend¬ 
freund, jetzt Bibliothekar in Wolfenbüttel, kam zufällig 
gerade damals nach Belgien, um in den reichen Archiven' 
dieses alten Kulturländchens Untersuchungen anzustellen. 
Im Verkehr mit Bethmann, dessen Bericht über die Er¬ 
gebnisse seiner belgischen Forschungen er ins Franzö¬ 
sische übertrug,4 ward in Hallmann das Interesse für 
historische Kritik rege, welches in einem von Denk¬ 
mälern aller Art strotzenden Lande wie Belgien über¬ 
dies näher liegt als in unserer norddeutschen Ebene, 
die nicht minder in geschichtlicher als in geologischer 
Hinsicht erst kürzlich von den Wassern verlassen scheint. 
In dieser vorbereitenden Stimmung traf ihn die 
Bitte eines Freundes, ihm gelegentlich Notizen über 
etwaige in den Brüsseler Bibliotheken vorhandene Quellen
        

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