Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Morphologie der Schnecke des Menschen und der Säugethiere
Person:
Hensen, Victor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit28609/30/
510 Dr. V. H eases, 
Ich wende für die Präparation (an dem nur eben noch benetzten 
Object) stets ein pa nkratisches Ocular1) an, das durch ein Präparir- 
mikroskop nicht ersetzt werden kann, weil es wichtig ist, das Präparat 
unbewegt liegen lassen zu können. Aus demselben Grunde benutze ich 
zur vorläufigen Untersuchung eine Linse, die zur Untersuchung ohne 
Deckglas accommodirt ist. Der schon anderweitig2) geschilderte Quer¬ 
schnitter lieferte mir alle Durchschnitte , die auf dem Objectträger ge¬ 
macht werden können. Ich empfehle es für weitere Untersuchungen der 
Schnecke meine Präparationsmethode nicht zu verschmähen. Die Kar¬ 
minimbibition erweist sich oft hülfreich. Aufhellende Reagentien wende 
ich in der Regel nicht an. Gut erhärtete Präparate halten sich vollkom¬ 
men in einer Lösung arseniger Säure, die Harting empfohlen hat. 
Erklärung der Abbildungen auf Taf. XXXII—XXXiV. 
Fig. 1. Die Radix canalis cochlearis a, einer Frau, durch den Canahs reunions; 
Cnl. reun. mit dem Saccul. rotundus b noch in Verbindung ; c die Nerven in 
der Lamina spiralis ossea. Lg spr., Ligamentum spirale. Str. vscl. Stria 
vascularis, deren Anfang bei d sich findet. M. bslrs. Membrana basilaris. 
Fig. 2. Der Hamulus des Menschen. A von einer kindlichen Schnecke, das Ende 
ein wenig zerrissen von oben. Hmls knöcherner Hamulus, die Bezeichnung 
steht im Helikotremma. Lg. spr. Ligamentum spirale. M. Heiss. Membrana 
Reissneri, welche aber schon losgelöst ist. Ppll. spr. Papilla spiralis, auf 
der man bei e einen hellen Streifen , entsprechend der Lamina reticularis 
sieht, a Epithel von Claudius’ Zellen ; b Nervus cochleae ; c die Korpelleiste, 
die Zähne sind nicht eingestellt; g die obere Platte der Lamina ossea; B das 
Ende der Schnecke des Erwachsenen skizzirt, Str. vscl. Stria vascularis; 
d Ende derselben. 
Fig. 3. Periost aus der Scala vestibuli des Ochsen abgeschält ; a Knochen ; b Kerne 
des Periost; c anastomosirende Fasern. 
Fig. 4. Durchschnitt der Scala media aus Leim von einem Kinde. Ende der ersten 
Windung. Man sieht die Membrana Corti in Lage auf der Papilla spiralis, 
doch hat sie sich aus dem etwas niedergedrückten Sulcus spiralis heraus¬ 
gezogen. a Epithel der Zona pectinata ; b Nerv, cochleae ; c das Stratum auf 
der tympanalen Seite der Membrana basilaris. 
Fig. S. Membrana Reissneri vom erwachsenen Menschen A bei kleiner Vergrösse- 
rung zeigt die runden Kerne, welche den Epithelzellen angehören und die 
ovalen, die in der Bindegewebsschicht liegen; B zeigt die Contouren der 
Epithelzellen, in denen körnige Massen abgelagert waren. 
Fig. 6. Querschnitt der Lamina spiralis ossea des Pferdes, um die Kporpelieiste zu 
zeigen, a der Nerv; b der Spindelknorpel ; c Epithel desselben (Zähne); 
d Gefäss im Knorpel ; e Lamina spiral, ossea. Cr. Reissn. Crista Reissneri. 
Sic. spr. Sulcus spiralis. 
1) Von Opticus Schröder in Hamburg. 
2) Studien über das Gehörorgan der Decapoden ; diese Zeitschrift X€fl. Bd. Hft. III .
        

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