Bauhaus-Universität Weimar

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Das Elektrenkephalogramm des Menschen 
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war. Er liegt nach dem Anfall reaktionslos mit geschlossenen Augen völlig erschöpft da. 
Das E. K. G., das wieder deutlich gegenüber den früheren Aufnahmen verändert ist, 
weist eine Pulszahl von 150 in der Minute auf, während vorher 66 Pulsschläge gezählt 
wurden. Das E. E. G. wird wieder ausschließlich von ß-W. gebildet, die aber etwas 
höher sind, als wir sie sonst nach dem Abklingen eines großen Anfalls zu sehen gewohnt 
sind (s. Abb. 74). Es schließt sich dieser Aufnahme auch unmittelbar ein schwerer 
Dämmerzustand an. Auch hier zeigen diese hohen und gehäuften ß-W. einen zere¬ 
bralen Reizzustand an. Selbstverständlich handelt es sich hier aber um patho- 
Abb. 80. H. Fl. (Abb. 79). Nach einem schweren, durch intravenöse Cardiazol-Injektion hervorgerufenen 
epileptischen Anfall und vor einem zweiten, gleich darauf einsetzenden, ebenso schweren Anfall im 
bewußtlosen Zustand. Obe r E. K. G. Puls 140! In der Mitte E. E. G., Nadelableitung. Unten Zeit in 
1/10 Sekunden. Oszillographenaufnahme. 
logische Erscheinungen, die mit den ß-W. des normalen E. E. G. des Gesunden nicht 
gleichzusetzen sind. 
Aus meinen Beobachtungen am E. E. G. scheint mir hervorzugehen, daß als Ein¬ 
leitung eines großen epileptischen Anfalls sich hohe Potentialschwankungen einstellen, 
die durch Hyperventilation künstlich erzeugt werden können. In die Zeit ihres Auf¬ 
tretens fällt das Einsetzen der Bewußtlosigkeit und des Atemstillstandes. Im tonischen 
Stadium findet man am E. E. G. einen Fortfall der a-W. und ihren Ersatz durch 
hohe rasche ß-W. Im klonischen Stadium beherrschen die zu hohen Krampfströmen 
zusammengezogenen a-W. das Bild; im folgenden Erschöpfungsstadium fallen sie
        

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