Bauhaus-Universität Weimar

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Das Elektrenkephalogramm des Menschen 
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überdauernden Bewußtlosigkeit fehlten, daß aber in dieser Zeit rasche und niedrige 
/1-W. nachweisbar waren. Abb. 73 zeigt das E. E. G. vor diesem Anfall, Abb. 74 
nach dem Anfall, und zwar nach dem vollständigen Abklingen der motorischen 
Reizerscheinungen bei dem jetzt völlig ruhig daliegenden, reaktionslosen Kranken. 
Wenige Sekunden später ist Gl. klar und geordnet und weiß von dem Anfall nichts. 
Das E. E. G. in Abb. 75, das nun aufgenommen wurde, zeigt aber einen sehr inter¬ 
essanten Befund. Während die a-W. des E. E. G. vor dem Anfall, wie auf Abb. 73 
ersichtlich ist, und zwar am bequemsten an der Spulengalvanometerkurve, eine 
durchschnittliche Länge von 125 a aufweisen, ist nach der schweren zerebralen Ent¬ 
ladung ihre Länge auf durchschnittlich 165 a in die Höhe gegangen, und einzelne 
K.1972 
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Abb. 74. Gl. nach einem großen, vollständig abgelaufenen epileptischen Anfall im 
bewußtlosen Zustand. Die gleiche Ableitung und Schaltung wie in Abb. 73. 
a-W. weisen sogar Werte bis 250 a auf. Wie ich schon immer hervorgehoben habe, 
zeigt diese Verlangsamung der a-W. eine schwere kortikale Betriebsstörung an. 
Sie findet sich, wie ich zuerst 1931 berichtet und oben durch Kurven belegt habe, 
vor allem auch bei der epileptischen Demenz, die sich gewöhnlich nach immer wieder¬ 
kehrenden, häufigen Anfällen bei der genuinen Epilepsie einstellt. Interessant ist aber 
nun hier, daß ein einmaliger großer Anfall ausreicht, um diese schweren Verände¬ 
rungen des vorher normalen E. E. G. wenigstens vorübergehend hervorzurufen. Es 
wird uns so sichtbar gemacht, daß bereits der einzelne Anfall in der Tat eine schwere
        

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