Bauhaus-Universität Weimar

Über die Umstimmung ; des peripheren motorischen Nerven. 
417 
Nach weiteren 13 Min.: 
Bechts....... 
80 mV 
0,017 pF 
Links....... 
0,015 pF 
Nach weiteren 20 Min. : 
Bechts....... 
95 mV 
0,017 pF 
Links ....... 
0,016 pF 
Die Dekäpitierung bewirkt also eine Steigerung der Erregbarkeit,J- 
die sieh in einer Senkung und einem Steilerwerden der Kurve ausspricht, 
wie es in Abb. 2 der Übergang von Kurve I zu II darstellt. Der zweite 
Wert stellt sich nach einer Zeit von 5—15 Minuten ein und hält sich 
dann wieder, von kleinen Schwankungen abgesehen, konstant, so wie es 
vorher für den ersten Wert der Fall war. Die Mittelwerte aus den ersten 
30 Messungen an 19 Fröschen (jeweils beide Nerven) sind: 
Vor der Dekäpitierung ........... 209 mV 0,032 p F j 
Nach der Dekäpitierung.......... 133 mV 0,020 pF j 
In diesen Wert sind nur im gleichen Sinn verlaufende Versuche einge¬ 
rechnet, Durch die Mittelwertberechnung verschwinden also keine ab¬ 
weichenden Ergebnisse. 
Es stehen diesen positiven Versuchen fünf negative gegenüber, von 
denen drei sich Mitte Juli aufeinander folgten. Die Frösche waren in 
der großen Hitze lange ohne Nahrung im Froschteich. Frisch gefangene 
Frösche gaben das Phänomen sofort wieder. Ich möchte daher den 
negativen Ausfall dieser 3 Versuche zum mindesten auf den schlechten 
Zustand der Frösche zurückführen. Die beiden andern geben keinen 
Anhalt für eine Erklärung des negativen Ausfalls.-—Die Versuche 
wurden in den Monaten Mai bis August ausgeführt. Sie bestätigen 
Lapicque und zeigen deutlich die Existenz einer „Umstimmung“. 
1. Umstimmung bei verschiedenen Eingriffen am Zentralnervensystem. 
Bei der zur vorläufigen Orientierung vorgenommenen Dekäpitierung 
fiel auf, daß der Erfolg immer der gleiche war, einerlèi, in welcher Höhe 
der Schnitt geführt wurde. Schnitt quer durch die Medulla, dicht hinter 
denLobi optici und vor denLobis, gaben alle die gleiche Steigerung der 
Erregbarkeit. Das legte die Vermutung nahe, daß nicht ein Gehirn¬ 
feil, sondern die Entfernung der Augen für das Phänomen wesentlich 
war. Es wurden deshalb in weiteren Versuchen die Nervi optici von .der 
Mundhöhle aus, dicht hinter dem Bulbus beiderseitig durchtrennt. 
Wieder mit einer Latenz von 5—15 Minuten stieg dann die Erregbarkeit 
des Nerven in oben gezeigter Weise. Wurde dann nach einiger Zeit deka- 
Pitiert, trat eine weitere Änderung nicht ein. Das Mittel von 10 der- 
artigen Messungen ist: 
Vorher............. 
Nach Opticusdurchtrennung . . . 
Nach Dekapitation ....... 
Pflügers Archiv f. d. ges. Physiol. Bd. 219. 
166 mV 0,023 pF 
98 mV 0,016 pF 
95 mV 0,017 pF 
28
        

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