Bauhaus-Universität Weimar

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J. B o e k e , 
sonders weil es mir als physiologisches Bindeglied eine wichtige Bolle bei 
der Übertragung der Erregung zu spielen scheint. Denn es scheint mir das 
morphologische Substrat zu sein von dem, was von Langley (159, 1906) 
als „receptive substance“, von Asher als „neuroplasmatische Zwischen¬ 
substanz“ bezeichnet wurde, und von Langley für die quergestreiften 
Muskeln in folgenden Worten definiert wurde: „since in the normal state, 
both nicotine and curari (in muscles) abolish the effect of nerve stimulation, 
but do not prevent contraction from being obtained by direct stimulation of 
the muscle or by one further adequate injection of nicotine, it may be in¬ 
ferred that neither the poisons nor the nervous impulse act directly on the 
contractile substance of the muscle but on some accessory substance. Since 
this accessory substance is the recipient of stimuli which it transfers to the 
contractile material, we may speak of it as the receptive substance of 
the muscle“ (1. c. S. 399). 
Mir scheint es, dass dieser physiologische Begriff der „receptive substance“ 
sich vollkommen deckt mit dem morphologisch sichtbaren „periterminalen 
Netzwerke“'). Denn, will die „receptive substance“, oder nach Asher die 
neuroplasmatische Zwischensubstanz, die Erregung übertragen, so muss die 
Substanz eine räumliche Konfiguration innerhalb des Zellprotoplasmas, d. h. 
innerhalb des Sarkoplasmas haben. Obwohl das von Langley, der ge¬ 
neigt ist, seine „receptive substance“ im Protoplasma-Molekel zu lokali¬ 
sieren (,,a radicle of the protoplasmic molecule“), nicht bestimmt ange¬ 
geben wird, sagt er doch: „when a nerve is in functional connection with 
a cell, the receptive substance it affects will tend to become fixed, and 
in such cases there will probably also be a tendency for the receptive 
substance to be localised in the neighbourhood of the axon-ending“. Diese 
„Fixierung“ konnte im morphologischen Sinne doch kaum anders aussehen 
als eine netzartige, wenn man nicht eine diffuse Infiltration des Zellproto¬ 
plasmas (in casu des Sarkoplasmas) mit dieser Substanz annehmen will, was in 
Hinsicht auf die Struktur des Protoplasmas doch wenig wahrscheinlich ist. 
Dabei ist das periterminale Netzwerk immer, wie es von Langley für die 
„receptive substance“ postuliert wird, um die Endschlingen und Endnetzchen 
(Fig. 2) herum am deutlichsten sichtbar. Und schliesslich wird es, wie wir 
in einem folgenden Kapitel sehen werden, bei der Regeneration der mo¬ 
torischen Nervenendungen immer wieder zuerst regeneriert rund um die in das 
Sarkoplasma hineingewachsenen jungen Nervenendschlingen (vgl. die Fig. 14 
auf S. 542) und von hier aus scheint die Differenzierung sieh weiter in dem 
Sarkoplasma der Muskelfasern auszubreiten. Bei den quergestreiften Muskel¬ 
platten des Amphioxus liess sich dabei ein ganz bestimmter Zusammenhang 
zwischen den sich unmittelbar an die starker gefärbten neurofibrillären 
') Man vergl. hierüber den von mir an der Londoner Universität gehaltenen Vortrag 
über die nervösen Endorgane und die ,receptive substance“, in Brain, 1921 abgedruckt.
        

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