Bauhaus-Universität Weimar

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J. Bocke, 
un rôle important dans le mécanisme de la régénérescence." Es bleibt aber 
fraglich, ob Marinesco sich hier nicht durch eine oberflächliche Überein¬ 
stimmung hat irre führen lassen, denn von einer Bildung eines bestimmten 
Gewebes, das mit den Büngn er sehen Bändern verglichen werden konnte, 
ist keine Rede, und auch die späteren Autoren finden eine bestimmt gerichtete 
Regeneration nur da, wo periphere Nervenfasern (hintere Rückenmarkswurzeln 
z. B.) in das Rückenmark hineindringen. So fand d’Abundo (2, 1909), der 
bei junggeborenen Kätzchen ein langes Stück des Rückenmarkes fortnahm, 
während die Spinalganglien unversehrt gelassen wurden, dass von diesen 
Spinalganglien aus Nervenfasern in die Hinterwurzeln eindrangen, welche eine 
Art von „Pseudo-Rückenmark" bildeten; diese Fasern spalteten sich, im 
Rückenmark angekommen, in einen langen aufsteigenden und einen kurzen 
absteigenden Ast, genau wie im normalen Rückenmark, aber ohne jeden 
chemotaktischen, neurotropischen Einfluss von Zellen der Umgebung, und 
ohne Verbindungen mit anderen Elementen zu bilden. Dagegen konnte 
Cajal (71, 76). ganz bestimmt einen neurotropischen Einfluss feststellen, 
welcher von dem Narbengewebe des verwundeten Rückenmarkes auf die 
durchschnittenen Hinterwurzeln in der Nachbarschaft ausgeübt wurde. 
Aber schliesslich bleiben doch alle diese Regenerationserscheinungen 
abortiver und vorübergehender Natur. Auch da, wo Cajal ganz geringfügige, 
oberflächliche, sterile Verwundungen des Gehirnes (bei jungen Tieren, Ein¬ 
stiche mit einem scharfen Skalpell durch den Schädel hindurch) verursachte, 
waren die Regenerationserscheinungen, obwohl immer sehr deutlich, doch sehr 
geringfügig. 
Von grosser Bedeutung sowohl für die allgemeine Theorie des Regene¬ 
rationsprozesses als für die Theorien des Neurotropismus ist nun aber die 
Beobachtung, dass diese geringe Regenerationskraft des zentralen Nerven¬ 
systems, sowohl des Cerebrums, des Cerebellums, als des Nervus opticus 
(Tello [283]) verstärkt werden kann, wenn Stücke von frischen, überlebenden, 
sich im Stadium der Degeneration befindlichen Nerven in die Wunde des 
zentralen Nervensystems transplantiert werden. Derartige transplantierte 
Nervenstücke üben dann den gleichen Einfluss aus wie das periphere Nerven¬ 
stück eines durchschnittenen Nerven am Ende des Narbengewebes. 
An dieser Stelle wären noch anzuführen die besonders in den Kriegs¬ 
jahren von den verschiedensten Seiten gemachten äusserst wichtigen Beob¬ 
achtungen über Vikariierung und Restauration der Hirnfunktionen nach Zer¬ 
störung oder Fortnalnne grösserer und kleinerer Hirnstücke, wie sie so oft 
bei den Verwundungen im Kriege vorkamen. Mit wirklicher echter Regene¬ 
ration der Elemente haben diese Erscheinungen jedoch nichts zu schaffen, 
und diese Vikariierungsprozesse liegen daher ausserhalb des Rahmens dieser 
Arbeit und bleiben besser unbehandelt.
        

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