Bauhaus-Universität Weimar

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von bogenförmig verlaufenden, isolirten Nervenfibrillen von 
einem Stämmchen zum andern verfolgen. Dieses sind die seit 
Valentin (1836) so oft beschriebenen Endschlingen, welche 
allerdings vorhanden sind, aber nicht die letzten Endigungen 
darstellen (Fig. 12). In den Plexus finden sich vielfache 
Theilungen, meist dichotomischer Art. Stets sind die Enden 
der sich theilenden Faser zugespitzt, ohne jedoch ihr Mark 
ganz zu verlieren, welches am frisch und ohne Zusatz oder 
Druck untersuchten Muskel als zarte doppelte Contour erkenn¬ 
bar ist (Fig. l). Wie bei den einfach sensiblen Nerven ent¬ 
steht der Anschein, als ob ein nackter Axencylinder allein 
die Verbindung an der Theilungsstelle herstellte, nur dann, 
wenn man nicht unter den günstigsten Umständen untersucht 
oder Reagentien anwendet (Fig. 8). 
Die Theilungen der Muskelnerven sind beim Hecht (1844) 
von J. Müller und Brücke, beim Frosch (1847) und Säuge- 
thieren von R. Wagner zuerst gesehen worden. In den 
Augenmuskeln des Kaninchens habe ich schon 1852 dieselben 
gelegentlich beobachtet. 
Aus den feinsten Plexus treten fortwährend einzeln ver¬ 
laufende Primitivfasern aus, welche sich ebenfalls häufig 
theilen. Bei der ganzen Ausbreitung ist der verhältnissmässig 
kurze, starre, gestreckte Verlauf der Stämmchen, sowie der 
meisten isolirten Primitivfasern charakteristisch (Fig. 7 u. 12), 
im Gegensatz zu den mannigfaltigen Umwegen der sensiblen 
Nerven in den Schleimhäuten. Die einzeln verlaufenden Pri¬ 
mitivfasern , sowie ihre Aeste haben auch meist nur eine sehr 
unbedeutende Länge (z. B. 0,3 Mm.) im Vergleich zu den 
3—4 Mm. langen Fasern, die man in der Conjunctiva bulbi 
zuweilen verfolgen kann. 
Die Durchmesser der anfangs breiten Primitivfasern neh¬ 
men gegen das Ende derselben immer mehr ab', was für den 
Frosch von Reichert nachgewiesen worden ist. Schliesslich 
spitzt sich die Primitivfaser fein zu, gerade wie bei einer 
Theilungsstelle. Das zugespitzte Ende (Fig. 2) liegt dem Sar- 
colemma unmittelbar auf und wurde lange Zeit für das wirk¬ 
liche Ende derselben gehalten. 
Die Einschnürungsstelle ist aber manchmal nichts weiter 
als eine letzte Theilungsstelle. Jede Nervenfaser tritt an erst¬ 
genannter Stelle in einen besonderen flächenhaft ausgebreiteten 
Apparat, welcher wahrscheinlich ein Analogon der electrisehen 
Endplatte in den betreffenden Organen von Fischen darstellt. 
Derselbe kann daher als motorische Endplatte (lamina 
nervorum terminalis motoria) bezeichnet werden.
        

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