Bauhaus-Universität Weimar

146 
glänzende Bläschen erkennbar; auch die feinkörnige Substanz 
und die Terminalfasern werden unkenntlich. 
Das Natron ist also sehr ungeeignet zur Untersuchung der 
Endplatten. Dennoch war es im Anfang der Untersuchung 
ein unentbehrliches Hülfsmittel. Die Muskelsubstanz der Säuge- 
thiere ist an sich nicht so undurchsichtig, wie man sie ge¬ 
wöhnlich in Folge ungeeigneter Manipulationen und nicht 
ganz frischer Präparate zu sehen bekommt. Sie wird nur 
unter ungünstigen Verhältnissen sehr viel leichter undurch¬ 
sichtig, als die Muskelsubstanz von niederen Wirbelthieren. 
Es gelingt daher leicht, die Endplexus unter den angegebenen 
Cautelen darzustellen. Von da ab verfolgt man einzeln ver¬ 
laufende Fibrillen, welche einen viel kürzeren Verlauf bis zu 
ihrer zugehörigen Endplatte haben, als die einfach sensibeln 
und die Muskelnerven anderer Wirbelthiere. Um das wirkliche 
Nervenende zu erkennen, hat man sich zunächst an das Auf¬ 
finden eines fein zugespitzten Endes der doppelt-contourirten 
Faser zu halten, welches, wie gesagt, beim Uebergang in eine 
oder mehrere blasse Terminalfasern constant ist. Falls man 
etwa nicht im Stande sein sollte, dasselbe, im Fall es sicht¬ 
bar ist, mit Sicherheit von irgend welchem zufälligen Unsicht¬ 
barwerden der Nervenfaser oder abgerissenen Enden derselben 
zu unterscheiden, so studirt man diese fein zugespitzten Enden 
am besten in der frischen Conjunctiva bulbi, wo sie mit Hülfe 
von verdünntem Natron bequem dargestellt werden können. 
Wenn die Endplatten im Profil erscheinen, so erkennt man 
leicht die wohlbekannte, feinkörnige Masse, welche wie in 
den Endkolben und Tastkörperchen die zarten Terminalfasern 
umgibt. Wenn man aber wegen der darüber gelegenen Kerne 
nicht mit Deutlichkeit das zugespitzte Nervenende am frischen 
Präparate sehen konnte, wenn sich die Nervenfaser auf der 
Profilansicht seitlich längs dem Sarcolem hinzuziehen schien 
(Fig. 3), so musste man zunächst vermuthen, die Nervenfaser 
habe sich nur dem Blick entzogen, indem sie unter eine un¬ 
durchsichtigere Stelle einer Muskelfaser getreten sei. Durch 
Natron-Zusatz erhält man dann volle Gewissheit, dass die 
vielleicht undeutlich gesehenen kernähnlichen Körperchen und 
die feingranulirte Masse wirklich einem Nervenende, d. h. 
einer Endplatte angehörten. 
Auf der reinen Profilansicht findet man die Kerne der 
Endplatten stets ihrer Bindegewebsmembran ein - oder auf- 
gclagert (Fig. 4, A., Fig. 6, b.). Sie sind daher nicht etwa 
als der feingranulirten Substanz angehörig zu betrachten; die 
letztere ist durchaus nicht um die Kerne angehäuft, so dass
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.