Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Biologische Versuchsanstalt in Wien. Ausgestaltung und Tätigkeit während des zweiten Quinquenniums (1908-1912), Bericht der zoologischen, botanischen und physikalisch-chemischen Abteilung
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit27456/5/
Die Biologische Versuchsanstalt in Wien. j6“ 
Entsprechend den an der Vorderwand befindlichen Glas¬ 
scheiben sind auch ebenso große in gleicher Weise in den Türen 
angebracht. 
Das Parapett unter den vorderen Glasfenstern, sowie die Wände 
der Kammern sind mit 4 cm starken Emulgitkorksteinplatten aus¬ 
gekleidet, welche mit Stiften untereinander verbunden, an den 
Kanten mit Gips zusammengestoßen und beiderseits mit Weißkalk¬ 
mörtel unter Gipszusatz verputzt wurden. Als Fensterscheiben 
kamen 4 mm starke Solinglastafeln zur Verwendung. 
Der Fußboden der Kammern ist aus Holz gefugt, auf Winkel¬ 
eisenrahmen aufgeschraubt und 5 cm vom Raumfußboden ent¬ 
fernt, sowie mit grauem Linoleum überspannt. 
Die Konstruktion der Kammern auf der kühlen Seite hält sich 
im großen und ganzen an dieselbe Einteilung und Materialverwen¬ 
dung wie jene auf der wärmeren Seite. Doch sind folgende Ab¬ 
änderungen zur Vermeidung eines zu großen Kälteabflusses nach 
dem Außenraume getroffen: die Verglasung ist doppelt, die Leisten 
der Eisenkonstruktion von innen mit Holz verkleidet, die Decken¬ 
verglasung ganz in Holzrahmen gelegt. Die Türen, welche eben¬ 
falls ganz mit doppelten Wänden und Verglasung ausgeführt sind, 
wurden auch von außen mit dicker Holzverschalung versehen. Die 
Schiebeventilation im vorderen Parapette ist durch eine ausschraub- 
bare Holzscheibe ersetzt, welche bei Anziehen der Schraube gegen 
eine Filzunterlage dicht abschließt, bei Öffnen einen kreisförmigen 
Spalt mehr oder weniger frei läßt. Die obere Ventilation ist durch 
einen an der vorderen Außenwand abwärts hängenden, mit Filz 
isolierten Metallschlauch repräsentiert, dessen äußeres Ende durch 
eine verdrehbare Kappe mehr oder weniger geöffnet werden kann. 
Schließlich ist der Fußboden mit 40 cm starken Korksteinen isoliert. 
Bezüglich der Aneinanderreihung der Kammern für verschiedene 
Temperaturen ist noch zu bemerken, daß auf jeder Seite die Kam¬ 
mer mit der relativ niedrigsten Temperatur (-[~50> resp. —[— 25 °) an 
die Wand des Außenraumes fast unmittelbar anschließt, während 
die relativ höheren Temperaturen sich in ihren fünfgrädigen Inter¬ 
vallen weiter in den frei gebliebenen Außenraum hineinerstrecken. 
Es hat diese Anordnung den Vorteil, daß kein so großer Verlust 
an Kälte stattfindet, wie es bei jeder anderen Anordnung der Fall 
wäre.
        

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