Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Biologische Versuchsanstalt in Wien. Ausgestaltung und Tätigkeit während des zweiten Quinquenniums (1908-1912), Bericht der zoologischen, botanischen und physikalisch-chemischen Abteilung
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit27456/24/
Hans Przibram. 
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von Fehlerquellen ihre Entstehung- verdanken, zeigen einen allmäh¬ 
lichen Abfall beziehungsweise Anstieg mit Annäherung an die Tem¬ 
peratur des betreffenden Außenraumes und dann einen steilen An¬ 
oder Abstieg zur einzuhaltenden Temperatur nach Beseitigung des 
Fehlers. Für lange dauernde Versuche kommen diese selten ein¬ 
tretenden Fehler trotz ihrer beträchtlichen Abweichungen (auf der 
Wärmeseite sanken die höheren Temperaturen im Maximum bis 
2 50, auf der Kälteseite steigen die tieferen im Maximum auf 150) 
wenig in Betracht, da hierdurch das Mittel nicht wesentlich beein¬ 
flußt wird. Auch fallen die Fehler meist in die Nachtstunden, so 
daß etwaige mehr auf die Funktion gerichteten Versuche kürzerer 
Dauer davon nicht betroffen worden sind. 
2. Eine zweite Gruppe von Fehlerquellen entsteht durch un¬ 
regelmäßiges Funktionieren der Temperatoren. Anfänglich hatten 
wir viel hierunter zu leiden ; doch zeigte es sich später, daß die erste 
Installation in fehlerhafter Weise vorgenommen, die größte Schuld 
an den Mißerfolgen hatte. Es waren die Temperatoren für den 
Dampf so eingebaut gewesen, daß bei Absperren des Ventiles sich 
Wasser oberhalb desselben im Zuleitungsrohre bilden konnte. Dies 
beeinträchtigt das rasche Öffnen und Schließen des Ventiles und 
verhindert damit das exakte Ansprechen des Temperators. Ferner 
waren viele Unreinlichkeiten in der Leitung zurückgeblieben, welche, 
vom Dampf in die Ventile hineingerissen, dieselben verstopfen. Die 
Kondenswasserbüchsen ließen bei starker Dampfzufuhr den Dampf 
teilweise durch und dieser strömte nun von rückwärts in die Ab¬ 
flußabzweigungen der Kammern, so daß ein rasches Abfließen des 
aus ihren Heizschlangen kondensierenden Wassers unmöglich wurde 
und Überheizung eintrat. Durch Anlegen der Wasserschleifen 
wurde diese Fehlerquelle noch vor dem 1. Jänner 1912 beseitigt. 
Während die Schwankungen bei den Wärmetemperatoren sich 
in ganz kurzen, oft tatsächlich innerhalb eines halben Grades spielen¬ 
den Ausschlägen aussprechen, ist eine ebenso regelmäßige Funktion 
der Kältetemperatoren nicht erreicht worden. Schuld daran scheint 
die weniger rasche Funktion des Abschließens und Öffnens zu sein. 
Es gelangt schon bei richtig gestellter Temperatur eine zu große 
Kältemenge noch zum Durchflusse, ehe der Regler wieder ab¬ 
schließt, und dann wird die Kältezufuhr gegebenenfalls auch wieder 
nicht rasch genug geöffnet. 
Ein Sonnenstrahl, welcher den Aufnahmekörper trifft, kann
        

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