Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Biologische Versuchsanstalt in Wien. Zweck, Einrichtung und Tätigkeit während der ersten fünf Jahre ihres Bestandes(1902-1907), Bericht der zoologischen, botanischen und physikalisch-chemischen Abteilung. (1. Fortsetzung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit27452/20/
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Dr. H. Przibram. 
die Reihenfolge der Schichten immer die, daß eine grobe Kies- oder 
Schotterschichte zu unterst, eine Sand- oder feinere Kiesschichte 
dazwischen und die Erdschichte obendrauf zu liegen kommt. Die 
Höhe der Kiesbank ist durchschnittlich ca. 2 cm zu nehmen, während 
die Mächtigkeit der Garten- oder Lehmerde je nach den spezifischen 
Anforderungen und dem Versuchszweck wechselt. Höhere Erd- und 
Lehmschichten beanspruchen selbstverständlich jene Tiere, deren 
gewöhnliches Domizil der Erdgrund bildet (Gryllotalpa, Gryllus- 
Imagines, Cicindelenlarven, die unter ähnlichen Bedingungen lebenden 
Apiden und Vespiden), sonst genügt durchschnittlich eine ca. 2 cm 
hohe Erdlage. Dort, wo es sich um die Beobachtung leicht über¬ 
sehbarer Tiere und um Auffindung ihrer verschiedenen Entwicke¬ 
lungszustände handelt, ist die Höhe der beiden Lagen zwecks 
leichterer Kontrolle auf das zulässige Minimum zu beschränken. 
Auch kann der Grund zu dem nämlichen Zweck in manchen Fällen 
durch eine Lage Filtrierpapier ersetzt werden; schwarzes oder 
graues Fließpapier nimmt man zur Beherbergung hellfarbiger (Tene- 
brio molitor, Gnathocerus cornutus, Forficula), weißes zur Unter¬ 
bringung dunkelfarbiger Entwickelungszustände (Telephorus, Phas- 
miden), so kann genaues Nachsehen niemals schwer fallen. 
Die Bepflanzung ist besonders bei Tagtieren und jenen, deren 
Nahrung in Pflanzenkost besteht, erforderlich, aber auch bei Nacht- 
und Raubtieren empfehlenswert. Nur die Höhlentiere, aber auch 
nur dann, wenn man sie normal, d. h. im Dunkeln, und nicht etwa 
zu Versuchszwecken im Lichte hält, bleiben ohne Bepflanzung. Ihr 
Zweck ist ein vielseitiger: die Pflanzen versorgen die Terrarium¬ 
luft mit Sauerstoff, bieten oft zusagendes Futter und natürlichen 
Aufenthalt und machen dadurch den Pfleglingen die Gefangenschaft 
erträglicher. Als Universalpflanzen können den bisherigen Erfah¬ 
rungen gemäß für intensives Licht Gräser, Erdbeeren, Heidekraut, 
verschiedene Unkraut- und Zimmerpflanzen, Sukkulenten (Sedum, 
Sempervivum, Mesembryanthemum), für weniger intensives Licht 
Waldmoose von feuchtem Grund, Hirschzunge und andere Farne, 
Efeu und Aspidistra angeführt werden. Weichen die Feuchtigkeits¬ 
bedingungen der Pflanzen von denen der Tiere ab, so ist ein Teil 
des Grundes feucht, der andere trocken zu halten. 
Steine, Rindenstücke, morsche oder vertrocknete Holzstrünke, 
dürre Äste vervollständigen die naturgemäße Umgebungsphy¬ 
siognomie und dienen zugleich als Schlupfwinkel. 
Über die Anzahl der in einem Behälter zu haltenden 
Tiere siehe die speziellen Listen (Kap. 3, III). Die ausgesprochenen
        

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