Volltext: Die Biologische Versuchsanstalt in Wien. Zweck, Einrichtung und Tätigkeit während der ersten fünf Jahre ihres Bestandes(1902-1907), Bericht der zoologischen, botanischen und physikalisch-chemischen Abteilung. (1. Fortsetzung) (1)

Die Biologische Versuchsanstalt. 
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daher vielfach nicht damit begnügen, nur eine Wand oder nur das 
Dach eines derartigen Behälters aus vergitterten Stoffen (Drahtgaze, 
Organtin) herzustellen, sondern es müssen mindestens zwei gegen¬ 
überliegende Seiten ganz oder teilweise (Ventilationsklappen) luft¬ 
durchlässig sein, um eine ständige Zirkulation und Erneuerung von 
Atemluft zu gewährleisten. 
Das bei Kap. 2, IV „Landanlage“ beschriebene Terrarium Modell 
Kämmerer und der ebendort erwähnte „Organtinkäfig“ Modell 
Przibram reichen daher in verschiedensten Dimensionen für die 
Unterbringung der wirbellosen Landtiere aus. Nur für jene Tiere, 
die sich größtenteils von fliegender Beute ernähren, oder sich selbst 
durch Behendigkeit im Springen und Fliegen auszeichnen, empfiehlt 
sich eine kleine Umgestaltung des Terrariums Modell Kämmerer: 
Man bedarf in solchen Fällen nämlich außer der großen, an der 
Vorderwand des Behälters sich öffnenden Manipulationstür noch 
einer kleinen mit Klapp- oder besser noch Schiebeverschluß ver¬ 
sehenen Einwurfsöffnung für die Bedienung mit Futter und Wasser. 
Man kann dies ohne besondere Schwierigkeit und Komplizierung 
des genannten Modells bewirken, indem man das eine seitliche 
Ventilationsgitter in eine an demselben Platze befindliche, gleich¬ 
große Klapptüre umwandelt und darin noch eine mit Schieber ver¬ 
schließbare kleine Öffnung herstellt. Diese kleine Öffnung ist be¬ 
sonders für Raubinsekten, die fliegendes Futter beanspruchen, — die 
ganze Seitentür in allen sonstigen Fällen zu benützen. Auf diese 
Weise ist man sowohl vor dem Entkommen der Insassen als auch 
vor demjenigen der Futtertiere gesichert. Durch diese Modifikation 
wird das genannte Modell das hygienischste und verwendbarste für 
die Haltung aller Landtiere. 
Hinsichtlich der Haltung jener Tiere, die in einer großen Ab¬ 
hängigkeit von den Blütenpflanzen stehen, wie dies bei den Apiden 
der Fall ist, existieren speziell für Apis mellifiea bereits zahlreiche 
und vortreffliche Arbeiten. Weniger bekannt dürfte die Behandlung 
und Haltung von Bombus und erdbewohnenden sozialen Vespiden 
sein. Durch Gewährung passender Schlupfwinkel können sie leicht 
aus der Natur in die Umgebung der Wohnhäuser gebracht und hier 
beobachtet werden. Diese Schlupfwinkel stellen, je nachdem die 
Arten mehr oberflächlich in moos- oder grasbedeckten Gruben oder 
tief in der Erde hausen, im Verhältnis zur Länge höhere oder flachere 
Holzkistchen dar. 
Die in Mulden der Erdoberfläche wohnenden Hummeln werden 
in längliche Holzkistchen übertragen, deren Bodenfläche an der 
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