Volltext: Die Biologische Versuchsanstalt in Wien. Zweck, Einrichtung und Tätigkeit während der ersten fünf Jahre ihres Bestandes(1902-1907), Bericht der zoologischen, botanischen und physikalisch-chemischen Abteilung. (1. Fortsetzung) (1)

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Dr. H. Przibram. 
liehe, breite Einsiedgläser mit nach außen umgebogenen Rändern. 
In sonstigen Fällen, wo es sich vorwiegend um Entweichen der 
Pfleglinge handelt, stehen Deckel und zwar entweder Glas-, Holz¬ 
oder verschieden großlöcherige Blechplatten, oder Holzrahmen mit 
Organtin bespannt oder engmaschige Drahtgeflechte in Verwendung. 
Da viele Tiere diese Bedeckungen emporheben und dann trotz¬ 
dem entkommen, empfiehlt es sich, sie mit Steinen oder Eisenwürfeln 
zu beschweren. Auch über die Behälter festgespannte Gaze leistet 
in gewissen Fällen gute Dienste, da sie sich der Form des Behälters 
anzuschmiegen vermag. 
Die Art des Verschlusses wird bestimmt durch den Luft-, 
Raum- und Lichtbedarf; sie richtet sich ferner darnach, ob das Tier 
imstande ist, schwächere Verschlußmittel zu zerstören oder nicht. 
Bei Tieren, die ausschließlich durch Kiemen oder Kiementracheen 
atmen, werden gewöhnlich für das Durchlüftungsrohr durchbohrte 
Glas-, Blech- oder Holzplatten verwendet ; einfache derartige Platten, 
falls keine Durchlüftung nötig ist. Werden Pflanzen als Sauerstoff¬ 
spender in dem Behälter gezogen, so muß die Bedeckung aus licht¬ 
durchlässigem Stoff bestehen. Für Tracheen- und Doppelatmer eignen 
sich im Falle, daß die Tiere mit kräftigen Mundwerkzeugen be¬ 
waffnet sind, am besten durchlöcherte Blechplatten mit entsprechender 
Beschwerung (Steine, Eisenstücke); sonst genügen Deckel aus ge¬ 
flochtenem Draht und Holzrahmen mit gut abschließendem Falze 
und Organtinbespannung. Ferner kann hier straff gespannte und 
übergebundene Gaze angewendet werden. 
Die Instandhaltung betrifft die Entfernung der Nahrungs¬ 
reste, der kranken und toten Tiere, Reinigung und Bekämpfung 
der Krankheiten. 
Die Nahrungsreste, die toten und kranken Tiere werden 
sofort, und zwar je nachdem es leichter geht, entweder mit der 
Hand, mittels einer Holz- oder Metallpinzette oder mit Hilfe eines als 
Stechheber verwendeten Glasröhrchens aus dem Wasser entfernt. 
Ist das Wasser infolge des allzulangen Liegens der Nahrungs¬ 
reste oder eines toten, in Verwesung übergegangenen Tieres stark 
trüb und übelriechend geworden, muß der betroffene Behälter sofort 
einer gründlichen Reinigung unterzogen werden, d. h. diese muß 
sich auf alle seine Bestandteile erstrecken, und der verdorbene 
Wasservorrat durch gesundes Wasser ersetzt werden (Abwässe- 
rung). Bei geringen Trübungen kann man sich diese Arbeit ersparen, 
indem man in die betreffenden Behälter einige verbrannte Knochen¬ 
oder Holzkohlenstücke in einem Säckchen oder frei versenkt.
	        
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