Bauhaus-Universität Weimar

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leicht aus den Bildern der beigelegten Tafeln zu ersehen ist, das 
abwärtige Ende des linken und rechten Ventrikel in gleicher 
Weise Theil. C. Ludwig fasste diese Bewegung als eine 
Schwenkung des Herzens um seine Querachse auf. Am frei¬ 
liegenden, vertical gestellten Herzen habe ich bei kinemato- 
graphisch verlangsamter Bewegung ebenso wie bei directer In¬ 
spection des blossgelegten, schlagenden, vertical und horizontal 
gestellten Herzen alle einschlägigen Beschreibungen C. Ludwig’s 
bestätigen gelernt. 
Die Hebel-Bewegung des Herzens ist während der ganzen 
Dauer der Systole im zunehmenden Masse an den beiliegenden 
Einzelbildern erkennbar. Sie gehört gleich der Rotations-Be¬ 
wegung zu den ausgiebigsten Bewegungen der linken Kammer 
und überdauert daher zeitlich die übrigen Bewegungs-Erscheinungen 
derselben. 
An den Bildern der Tafel I Fig. III und IV ist die durch die 
Hebel-Bewegung bedingte Zunahme des Schlagschattens entlang 
dem unteren Herz-Contour und nur undeutlich vorhanden, da 
bei der Aufnahme dieses Herzens das Objectiv des Apparates 
tiefer und die Sonne dem Objecte gerade gegenüber stand. 
Die Extensität der Hebel-Bewegung steht im 
geraden Verhältnisse zu der Contractions-Kraft des 
linken Ventrikels. Mit der Erlahmung der Kraft der 
linken Kammer sistirt die Hebel-Bewegung. Sie ist 
auch an Säugethier-Herzen zu erkennen, welche nach der Me¬ 
thode von Langendorff durchblutet werden. Doch ist die 
Kenntnis der Thatsache wichtig, dass eine ihr ähnliche Bewegung 
(Aufrichtung) des Spitzen-Antheiles des Herzens zu beobachten 
ist, wenn man in die Aorta des todten Organes auch nur mit 
massigem Drucke eine Flüssigkeit hineinpresst. 
C. Ludwig erkannte die Art der Abhängigkeit der Excur- 
sions-Grösse der Hebel-Bewegung von dem Lagerungs-Verhält- 
nisse des Herzens. Er wies nach, dass die Hebel-Bewegung um 
so entschiedener auftritt, je grösser der nach der Spitze zuge¬ 
kehrte Winkel ist, den die Basis des Herzens mit der Unterlage 
bildet. „Legt man das dem Körper entnommene Herz so, dass 
Basis und Unterlage einen rechten Winkel bilden, so erhebt sich 
die Herzspitze nur bis ungefähr zum halben Niveau der Basis. 
Sie erhebt sich dagegen um so weiter über das Niveau der 
Basis, je grösser der bezeichnete Winkel wird, um in beiden
        

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